Im Vergleich zu dem im Mai 2005 von Evelyn Gebhardt vorgelegten Berichtsentwurf fanden zahlreiche Änderungen in die endgültige Fassung Eingang. Insgesamt galt es über 1600 Änderungsanträge in den Beratungen zu berücksichtigen. Entsprechend veröffentlichte der Binnenmarktausschuss den endgültigen Bericht erst in der dritten Dezemberwoche 2005.

Die wichtigsten Änderungen lauten:
- Gesundheitsdienstleistungen wurden - unabhängig von der Art ihrer Finanzierung - aus dem Anwendungsbereich der Richtlinie heraus genommen. Kontrovers diskutiert wird derzeit, inwieweit auch die Langzeitpflege von dieser Ausnahmeregelung erfasst ist. Die im Ausschussbericht gewählte Formulierung legt aber nahe, dass die Langzeitpflege im Anwendungsbereich der Richtlinie verbleibt.
- Es wurde klargestellt, dass die Bestimmungen der Berufsanerkennungsrichtlinie, der Wanderarbeitnehmerverordnung 1408/71 und der Entsenderichtlinie Vorrang vor der Dienstleistungsrichtlinie haben.
- Der Ansatz des Herkunftslandprinzips wurde im Wesentlichen beibehalten. Allerdings wurden die Aufsichtsrechte des Ziellandes gestärkt.
- Die im Kommissionsentwurf für eine Dienstleistungsrichtlinie vorgesehenen Bestimmungen zur grenzüberschreitenden Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen (Artikel 23) sowie die Definition des Begriffs "Krankenhausversorgung" wurden gestrichen. Der Ausschuss spricht sich dafür aus, diesen Aspekt entweder in der Wanderarbeitnehmerverordnung 1408/71 oder in einem eigenständigen Rechtsakt als Ergebnis des Hochrangigen Reflexionsprozesses über Patientenmobilität zu regeln.

Die Geschäftsstelle wird nach Abschluss der 1. Lesung des Europäischen Parlaments über das Ergebnis berichten.

Die Endfassung des Ausschussberichts (352 Seiten) ist im Internet abrufbar unter:

http://www.europarl.eu.int/comparl/imco/services_directive/051215_report_services_en.pdf