Der in einer Arbeitsgruppe unter Beteiligung der DKG entworfene und nun von der Vollversammlung beschlossene "strategische und finanzielle Plan HOPE 2010" sieht insbesondere die Intensivierung der Interessenvertretung vor ("To be a respected European wide hospital association HOPE must be able to express authoritative opinions and to lobby").

Zwar arbeitet HOPE bereits jetzt in der vom Rat der europäischen Gesundheitsminister eingerichteten "hochrangigen Arbeitsgruppe zur Patientenmobilität und zur Entwicklung der europäischen Gesundheitspolitik" mit und ist im "Europäischen Gesundheitsforum" - dem von der EU-Kommission eingerichteten "runden Tisch" des europäischen Gesundheitswesens - vertreten. Zukünftig soll der Verband dort jedoch weit stärker als bisher auch politisch auftreten und Stellungnahmen zu Gesetzgebungsmaßnahmen auf europäischer Ebene vorlegen. Weitere Vorschläge zur organisatorischen und inhaltlichen Reform sollen im Rahmen einer Arbeitsgruppe erarbeitet werden, in der auch die DKG beteiligt ist. Dort wird es insbesondere um die spezifischen Bedürfnisse und Ziele der unabhängigen Krankenhausverbände innerhalb des europäischen Verbands gehen.

Die Vollversammlung hat auch organisatorische Beschlüsse mit weitreichenden Konsequenzen gefasst. So wird die Geschäftsstelle, bisher an der Katholischen Universität Leuven verortet, im Herbst 2003 nach Brüssel umziehen, um die Kontakte mit der europäischen Politik zu intensivieren. Auf der Vollversammlung verabschiedet wurde zudem Prof. Kris Schutyser, der langjährige Geschäftsführer von HOPE. Als Nachfolger wählten die Delegierten Herrn Pascal Garel (bisher: Französische Krankenhausgesellschaft). Prof. Schutyser wird HOPE allerdings in der Übergangsphase für ein Jahr als Berater zur Verfügung stehen.  

Ein wichtiges inhaltliches Thema der Vollversammlung war die EU-Arbeitszeitrichtlinie. In der Diskussion wurde deutlich, dass insbesondere die Krankenhäuser in Frankreich und Großbritannien bei Anwendung des europäischen Arbeitszeitrechts ähnliche Probleme wie die Krankenhäuser in Deutschland fürchten. Vor diesem Hintergrund wurde die Einrichtung einer HOPE-Arbeitsgruppe unter Beteiligung der DKG beschlossen, die sich mit den Konsequenzen des europäischen Arbeitszeitrechts und Schlussfolgerungen für die Lobbyarbeit von HOPE befassen soll.

Als weitere Schwerpunkte der zukünftigen Lobbyarbeit von HOPE neben dem EU-Arbeitszeitrecht wurden in der "Strategie HOPE 2010" u.a. folgende Themen mit europäischer Relevanz beschlossen:

  • Produktsicherheit und -haftung/Patientensicherheit,

  • Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen,

  • medizinische Leitlinien,

  • Qualitätssicherung,

  • Finanzierung von Gesundheitssystemen und Krankenhäusern,

  • Gesundheitsdienste und staatliche Beihilfen,

  • Grenzüberschreitende Gesundheits- und Krankenhausversorgung.

Im Zusammenhang mit dem letztgenannten Thema wurde während der Vollversammlung eine HOPE-Studie zum Ausmaß der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Gesundheitswesen in den Grenzregionen diskutiert. An der Studie hat auch die DKG mitgewirkt. Die zentralen Ergebnisse der Studie werden auf einer HOPE-Fachtagung am 20. Juni 2003 in Luxemburg vorgestellt. Näheres zu dieser Tagung ist auf der Internet-Webseite www.hope.be/11congr/coming.htm zu finden.

Die europäische Krankenhaustagung "AGORA VII" wird vom 25.-28. Mai 2004 in Paris stattfinden. Die nächste HOPE-Vollversammlung ist für den 3.-5. Juni 2004 in Malta geplant. Näheres zu HOPE ist auf der Internet-Webseite des Verbands zu finden (www.hope.be/frm_main.htm).