Polen stellt Programm der Triopräsidentschaft vor

Kurz vor Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft hat Polen das mittelfristige Programm mit Prioritäten für die Arbeit im Rat vorgestellt. Um ein höheres Maß an inhaltlicher Kontinuität für die halbjährlich wechselnden Präsidentschaften zu erreichen, wurde mit Dänemark und Zypern ein gemeinsames Programm für die kommenden eineinhalb Jahre verabredet.

Neben zahlreichen Maßnahmen im Bereich der Beschäftigungspolitik, beispielsweise der Überarbeitung der EU-Arbeitszeitrichtlinie, werden sich die Vorsitze auch dem demographischen Wandel widmen. Hierzu werden beispielsweise Beratungen zur Gestaltung von Arbeitsbedingungen oder zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz vorangetrieben werden.

Das Programm der Triopräsidentschaft können Sie in der Anlage zu diesem Rundschreiben finden.

Einen Link zum offiziellen, auch deutschsprachigen Internetangebot der polnischen EU-Ratspräsidentschaft finden Sie hier:

www.pl2011.eu/de


Gesundheits- und Beschäftigungsminister tagen offiziell

Im Juni haben sich die Gesundheits- und Beschäftigungsminister zu ihrem offiziellen Treffen unter ungarischer Ratspräsidentschaft in Luxemburg eingefunden. Neben Beschlüssen, gemeinsam Aktionen für zukunftsfähige und nachhaltige Gesundheitssysteme zu ergreifen und weitere Anstrengungen zur Stärkung der psychischen Gesundheit zu unternehmen haben sich die Minister darauf verständigt, Innovationen im Bereich medizinischer Produkte zu unterstützen, um Gesundheit und Wohlbefinden von Patienten zu verstärken.

Die Pressemitteilung des Ratssekretariats mit einer Zusammenfassung der Beratungen finden Sie in englischer Sprache bei nachstehendem Link:

http://www.consilium.europa.eu/uedocs/cms_data/docs/pressdata/en/lsa/122430.pdf

Bereits in einer früheren Ratssitzung (Sitzung der Transportminister Ende Mai und ohne Aussprache) wurde eine Richtlinie zum Schutz vor gefälschten Arzneimitteln verabschiedet. Die Richtlinie enthält Bestimmungen zu Sicherheitsmerkmalen auf Arzneimitteln, die eine sichere Identifikation und Rückverfolgbarkeit zulassen. Über Einzelheiten dieser Regelung können Sie sich bei nachstehendem Link informieren:

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=PRES/11/155&type=HTML


Grünbuch zur Anerkennung von Berufsqualifikationen

Nachdem die Europäische Kommission bereits zum Ende des vergangenen Jahres ein Arbeitspapier über die Umsetzung der aus dem Jahr 2005 stammenden Richtlinie „über die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen“ vorgelegte, hatte sie zu Beginn dieses Jahres eine erste öffentliche Konsultation durchgeführt und Erfahrungen von Mitgliedstaaten und von „Betroffenen“ eingefordert. Nach Auswertung der über 400 Antworten hat sie nun ein Grünbuch veröffentlicht. Mit diesem erhofft sich die Brüsseler Behörde konkrete Hinweise, wie man unter Nutzung des bisher Erreichten neue und einfachere Wege für die Mobilität von Berufstätigen in Europa erreichen kann und wie man das Verfahren zur Anerkennung vereinfachen kann. Beispielsweise wird laut über die Einführung eines europäischen Berufsausweises nachgedacht.

Mit Blick auf den immer deutlicher werdenden Fachkräftemangel, gerade im Gesundheitsbereicht, ist eine erleichterte Mobilität von Ärzten und Pflegekräften für deutsche Krankenhäuser wichtig. Die DKG wird den Prozess daher intensiv und konstruktiv begleiten. Dabei soll auch auf Kongruenz zu anderen Maßnahmen der EU, beispielsweise dem Grünbuch „über Arbeitskräfte des Gesundheitswesens in Europa“ geachtet werden.

Die Frist für die Einreichung von Stellungnahmen läuft am 20.September 2011 ab.

Übersichtsartige Informationen zum System der gegenseitigen Anerkennung von Berufsqualifikationen finden Sie bei diesem Link:

http://ec.europa.eu/internal_market/consultations/2011/professional_qualifications_directive_en.htm

Einen direkten Zugang zum Konsultationspapier erhalten Sie hier:

http://ec.europa.eu/internal_market/consultations/docs/2011/professional_qualifications_directive/COM267_de.pdf

EU Observatory: Studie zur Mobilität von Angehörigen der Gesundheitsberufe

Das „EU Observatory on health systems and policies“ hat einen Artikel über Mobilität von Angehörigen der Gesundheitsberufe veröffentlicht. Der Bericht beruht auf Ergebnissen des von der EU finanzierten Forschungsprojekts „PROMeTHEUS“, welches Ursachen und Auswirkung der Wanderungsbewegungen auf die Gesundheitssysteme der Mitgliedstaaten analysiert hat. In dem Artikel werden die Resultate von sechs ausgewählten Staaten, darunter Deutschland, zusammengefasst. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die Osterweiterungsrunden in 2004 und 2007 der EU weniger Wanderungsbewegungen nach sich gezogen haben als zunächst angenommen, jedoch die Asymmetrie von Zu- und Abwanderungsbewegung wegen geringerer Zuwanderung in den neuen Mitgliedstaaten zu deren Lasten verschoben habe. Die Autoren bemängeln, dass es zu wenige Daten über Wanderung und Auswirkung der Wanderung gebe und sprechen sich für koordinierte Aktionen der EU und der Mitgliedstaaten zur Bekämpfung des allgegenwärtigen Fachkräftemangels aus.

Den Artikel mit einem Verweis auf die vollständige Studie finden Sie hier:

http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0006/145158/EuroObserver-Summer-2011_web.pdf


Neuer Vorschlag zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung auf dem Tisch

Im Juni hat die Europäische Kommission von ihrem Initiativrecht Gebrauch gemacht und einen Vorschlag zur Überarbeitung der Richtlinie über den Schutz vor elektromagnetischen Strahlen vorgelegt. Die Vorschriften sollen insbesondere dem Schutz von Ärzten und Krankenschwestern dienen, die Magnetresonanztomographien bei Patienten durchführen. Eine Vorgängerregelung hatte dabei allerdings so niedrige Grenzwerte vorgesehen, dass der Betrieb von Magnetresonanztomographen (MRT) nicht mehr möglich gewesen wäre. Mit ihrem neuen Vorschlag versucht die Europäische Kommission nun, einen größtmöglichen Schutz von Arbeitnehmern zu erreichen, ohne den Betrieb von MRT unmöglich zu machen.

Allein das bildgebende Verfahren der MRT wurde in deutschen Krankenhäusern bereits millionenfach durchgeführt und ist als wichtige Erkenntnisquelle für die Diagnose nicht mehr weg zu denken. Die DKG wird das nun eingeleitete Gesetzgebungsverfahren deshalb intensiv begleiten.

Eine Pressemitteilung der Europäischen Kommission mit weiterführenden Informationen finden Sie hier:

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/11/704&format=PDF&aged=0&language=DE&guiLanguage=de


Baum ist neuer HOPE-Präsident

Der Hauptgeschäftsführer der DKG, Herr Georg Baum, ist im Juni zum neuen Präsidenten des europäischen Krankenhausverbands HOPE (European Hospital and Healthcare Federation) gewählt worden und wird das zusätzliche Amt für die kommenden drei Jahre ausüben.


HOPE vereint Krankenhaus- und Gesundheitsorganisationen aus den EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz und ist repräsentatives Organ für rund 15.000 Krankenhäuser. Neben dem Austausch von Wissen unter den Mitgliedern nimmt HOPE mit der steigenden Bedeutung von EU-Politiken für die Krankenhausversorgung zunehmend die politische Interessenvertretung wahr.

Die Pressemitteilung der DKG finden Sie hier:

http://www.dkgev.de/dkg.php/cat/38/aid/8351/title/Georg_Baum_neuer_Praesident_des_europaeischen_Krankenhausverbandes_HOPE

Das Internetangebot von HOPE können Sie hier nachvollziehen:

www.hope.be


Übersicht zu Krankenhaussystemen in Europa

Der europäische Krankenhausverband HOPE hat eine Übersicht zu Krankenhaussystemen in Europa erarbeitet und stellt sie auf der Website zur Verfügung. Bei der Untersuchung wurden demographische und sozioökonomische Entwicklungen in den Mitgliedstaaten analysiert sowie der finanzielle Rahmen für Gesundheitsversorgung beleuchtet. Im Weiteren beschreiben die Autoren die Schlüsseldaten der Krankenhausversorgung und gehen auf Rahmendaten der Beschäftigungssituation in europäischen Krankenhäusern ein.

Die Studie können Sie hier finden:

http://www.hope.be/03activities/1_1-facts_and_figures-web_tool.html


Veranstaltungshinweise

HOPE-AGORA 2012 – „HOSPAGE“

Der demographische Wandel in Europa ist für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung eine große Herausforderung. Der Bedarf an Gesundheitsleistungen steigt mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft. Gleichzeitig werden die Behandlungen wegen zunehmender Multimorbidität komplexer. Doch nicht nur Patienten werden älter. Auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus steigt das Durchschnittsalter.

Krankenhäuser stehen nun vor der Aufgabe, steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen mit einer älter werdenden Belegschaft auf weiterhin hohem Niveau sicherzustellen. Die DKG wird vom

12. – 13. Juni 2012 in Berlin

die Konferenz „HOSPAGE“ zu diesem Thema veranstalten. Unter dem Titel „Aging health workforce – aging patients: multiple challenges for hospitals in Europe“ werden sowohl politische Notwendigkeiten als auch praktische Lösungen für das Problem diskutiert. Der Konferenz geht ein vierwöchiges Austauschprogramm für Krankenhausmitarbeiter voraus, im Rahmen dessen grenzüberschreitende Diskussion in den Gastkrankenhäusern zu diesem Problem organisiert wird. Die Ergebnisse dieses Austauschprogramms werden auf der Konferenz präsentiert.

Die Veranstaltung richtet sich an Entscheidungsträger in der Gesundheitsversorgung in Deutschland und den Mitgliedstaaten der EU sowie in den europäischen Institutionen und an die Fachöffentlichkeit. Insgesamt werden rund 400 Personen erwartet.


First Joint “European Hospital Conference” in Düsseldorf

Die europäischen Verbände der Krankenhausträger (HOPE), der Krankenhausdirektoren (EAHM) und der Leitenden Krankenhausärzte (AEMH) laden mit Unterstützung der Messe Düsseldorf zum ersten gemeinsamen „Europäischen Krankenhaustag“ ein. Die Veranstaltung ist Teil des „Deutschen Krankenhaustags“ am Rande der weltgrößten Messe für Medizinprodukte, der MEDICA.

Mit dem Gesundheitsminister von Luxemburg, Herrn Mars di Bartolomeo und zahlreichen weiteren hochrangigen Experten aus sechst Mitgliedstaaten der EU wird im Rahmen der eintägigen Konferenz über künftige Herausforderungen der EU-Gesundheitspolitik sowie über den Umsetzungsprozess der jüngst verabschiedeten „Patientenrechte-Richtlinie“ diskutiert werden. Es werden rund 200 Entscheider aus Krankenhäusern in ganz Europa erwartet.

Die Veranstaltung findet statt am Freitag, 18. November 2011 in Düsseldorf.


37. World Hospital Congress in DUBAI

Der globale Krankenhausverband IHF – International Hospital Federation lädt vom 8. bis 10. November 2011 zum 37. World Hospital Congress nach Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein. Unter dem Titel: „Healthcare in Changing World: Overcoming the Challenges“ werden hochrangige Experten über Möglichkeiten einer besseren Gesundheitsversorgung durch verstärkte globale Steuerung, neue Entwicklung in der Qualitätssicherung sowie über Nachhaltigkeit der Finanzierung der Gesundheitssysteme diskutieren.

DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum, Vorstandsmitglied der IHF; wird das Expertenforum zur Qualitätssicherung mit Frau Tracy Cooper, designierte Präsidentin des ISQua (Internationel Society for Quality in Health) aus Kanada moderieren.

Sie sind herzlich eingeladen, an der Konferenz teilzunehmen.