1. Europäische Gesundheits- und Sozialpolitik

1.1. Niederländische Ratspräsidentschaft: Arbeitsprogramm und Termine

Am 1. Juli 2004 hat die niederländische Ratspräsidentschaft begonnen. Die Niederländer nennen für die Dauer ihrer Präsidentschaft folgende Prioritäten mit gesundheitspolitischem Bezug:

1. Fortschritte auf dem Weg zur Verabschiedung der Dienstleistungsrichtlinie
2. Entscheidungen hinsichtlich der Arbeitszeitrichtlinie und der Koordinierung der sozialen Sicherungssysteme
3. Fortschritte hinsichtlich optischer Strahlung
4. Beziehungen zwischen Gesundheit und anderen gesundheitsrelevanten Politikbereichen, z.B. Landwirtschaft und Umwelt
5. Verhältnis zwischen Gesundheit und Binnenmarkt
6. Infektionskrankheiten
7. Prioritäre Arzneimittel
8. Grenzüberschreitende Mobilität von Angehörigen der Gesundheitsberufe
9. Förderung der Qualität der Gesundheitsversorgung
10. Patientenmobilität

Darüber hinaus werden folgende Initiativen weiter geführt:
- Verordnung zu Kinderarzneimitteln
- Regulierung für den Bereich Tissue-Engineering
- Überarbeitung der Medizinprodukterichtlinie

Wichtige Termine während der niederländischen Präsidentschaft:

8.-10. Juli: Informeller Rat für Sozialpolitik

7.-9. September Konferenz in Den Haag: "Shaping the EU Health Community:Balancing Health, Social Development and Internal Market" (Themen: eHealth, Medizinprodukte, Langzeitpflege, grenzüberschreitende Versorgung, öffentliche Gesundheit, lokale Gesundheitsversorgung, Verhältnis Gesundheit-Binnenmarkt)

9.-10. September: Informeller Rat für Gesundheit (Thema: Gesundheit und Binnenmarkt)

16.-17. September Konferenz in Den Haag: "European response to Public Health Risks from Emerging Zoonotic Diseases" (Thema: Übertragung ansteckender Krankheiten von Tieren auf Menschen)

4. Oktober: Rat für Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz

5. November:  Europäischer Rat

18. November Konferenz in Den Haag: "Priority Medicines" (Thema: In welchen Bereichen soll die EU schwerpunktmäßig Forschung fördern?)

6.-7. Dezember: Rat für Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz

9.-10.- Dezember Konferenz in Amsterdam: "Health care professionals crossing borders”

17. Dezember: Europäischer Rat

Weitere Information sind zu finden auf der Homepage der niederländischen Präsidentschaft: http://www.eu2004.nl
Außerdem bietet das niederländische Gesundheitsministerium eigene Seiten zur Präsidentschaft an:
http://www.minvws.nl/en/themes/european_union_dutch_presidency/default.asp

1.2. Byrne initiiert Reflexionsprozess zur künftigen EU-Strategie in der Gesundheitspolitik

Am 15. Juli 2004 initiierte der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz Byrne einen Reflexionsprozess zur zukünftigen EU-Strategie in der Gesundheitspolitik. Das Papier mit dem Titel "Gesundheit für alle ermöglichen: Ein Reflexionsprozess mit Blick auf eine neue gesundheitspolitische Strategie der EU" und weitere Informationen, darunter ein Non-Paper der Kommission mit dem Titel "Partnerships for Health in Europe", finden Sie im Internet unter folgendem Link:
http://europa.eu.int/comm/health/ph_overview/strategy/reflection_process_en.htm

Öffentliche Institutionen, Interessengruppen und Bürger sind aufgerufen, zu diesem Reflexionsprozess beizutragen. Stellungnahmen zu dem Kommissionspapier können bis zum 15. Oktober 2004 in elektronischer Form bei der Kommission eingereicht werden. Der Reflexionsprozess soll in Empfehlungen zur zukünftigen gesundheitspolitischen Strategie der EU münden, die EU-Kommissar Byrne an seinen Nachfolger bzw. seine Nachfolgerin übergeben möchte.

Das Strategiepapier basiert auf vier Oberzielen, die mit einer EU-Gesundheitspolitik verfolgt werden sollen:
1. Erhöhung der Lebensqualität durch Verminderung der großen Unterschiede bei Morbidität und Mortalität zwischen einzelnen Regionen und sozialen Gruppen der EU
2. Verbesserung der volkwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Wettbewerbsfähigkeit als Folge eines höheren Gesundheitsniveaus (z.B. durch niedrigere Sozialtransfers, höhere Produktivität)
3. Größere Bürgernähe der EU durch EU-Aktivitäten in lebensweltnahen Politikfeldern wie der Gesundheitspolitik
4. Förderung der Effizienz in der Gesundheitsversorgung, um mit knappen Mitteln optimale Ergebnisse zu erzielen

Um diese Ziele zu erreichen, kann die EU aus der Sicht der Kommission in folgenden Handlungsfeldern Beiträge leisten:
- Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung, v.a. in den Bereichen Tabakkonsum und Ernährung

- Untersuchung von gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen und Umweltfaktoren

- Berücksichtigung gesundheitlicher Aspekte in anderen EU-Politikbereichen, u.a. bei der Regionalpolitik, der Handelspolitik, der Entwicklungspolitik und dem Einsatz der Strukturfonds

- Bereitstellung umfassender Gesundheitsinformationen für die Bürger, z.B. durch Einrichtung eines EU-Gesundheitsportals

- EU-weite Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen und Förderung von Partnerschaften mit dem Ziel, Synergieeffekte zu erzielen (z.B. Nutzung europäischer Referenzzentren, Erfahrungsaustausch in den Bereichen der Qualitätssicherung und der Technikfolgenabschätzung im Gesundheitswesen, grenzüberschreitende Nutzung von Kapazitäten zur Überbrückung von Kapazitätsengpässen, Vernetzung von Selbsthilfegruppen)

- Förderung von Health Technology Assessments
- Europäisches System zur Seuchenüberwachung und -abwehr

- Bekämpfung von HIV/AIDS

- Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Medizinprodukte

- Schaffung einer auf EU-weiten Gesundheitsdaten aufbauenden, wissenschaftlich fundierten Wissensbasis als Grundlage für politische Steuerung und Entscheidungen

- Stärkere gesundheitsbezogene Ausrichtung der Forschungspolitik u.a. durch verstärkte Einbeziehung von Gesundheitsschutzerwägungen in das Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung und Aufbau eines europäischen Spitzenforschungszentrums für Gesundheit nach dem Vorbild der National Institutes of Health in den USA

- Führungsrolle der EU in internationalen gesundheitspolitischen Foren/Gremien

1.3. Stellungnahme des Rates zur Gesundheit des Herzens

Der Rat der Gesundheitsminister hat in seiner Sitzung am 2. Juni 2004 Schlussfolgerungen zur Gesundheit des Herzens verabschiedet. Darin stellt der Rat fest, dass Herzerkrankungen die Todesursache Nummer eins bei Frauen und Männern in der EU sind, während gleichzeitig ein großer Teil der Herzerkrankungen vermeidbar ist. Ungesunde Lebensstile wie Rauchen, ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung sind Risikofaktoren, die im Rahmen nationaler und europäischer Politik angegangen werden müssen.

Der Rat lädt die Mitgliedsstaaten ein, auf nationaler Ebene u.a. folgende Maßnahmen zu ergreifen:

- Weiterentwicklung und Einführung von Health Impact Assessments zur Bewertung der gesundheitlichen Folgen nationaler Gesetzgebung

- Entwicklung und Implementierung nationaler Aktionspläne zu Rauchen, Ernährung und Bewegung

- Prüfung, ob die Einführung nationaler Präventionsleitlinien für Herzerkrankungen und die Nutzung von Risikotabellen zur Bemessung des individuellen Risikos sinnvoll ist

- Implementierung von standardisierten Überwachungssystemen für kardiovaskuläre Mortalität, Morbidität, Gesundheitsverhaltensmuster und Risikofaktoren
Außerdem lädt der Rat die Kommission ein, u.a. folgende Maßnahmen zu ergreifen:

- In Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten Ermittlung von Best-Practice-Leitlinien, um die Koordinierung von Gesundheits- und Präventionsstrategien und -programmen zu stärken

- Verbesserung der Vergleichbarkeit von Daten über gesunde Lebensstile und Verhaltensweisen unter den Mitgliedsstaaten

- Prüfung der Möglichkeit, in allen Mitgliedsstaaten standardisierte Verfahren und Methoden zur Überwachung von kardiovaskulärer Mortalität, Morbidität und Risikofaktoren sowie kardiovaskulären Gesundheitsverhaltensmustern zu etablieren

- Durchführung von auf kardiovaskuläre Erkrankungen bezogenen Health Impact Assessments in anderen EU-Politikbereichen

- Untersuchung der ökonomischen Kosten kardiovaskulärer Erkrankungen im Vergleich zu den Kosten einer umfassenden Strategie zur Reduzierung dieser Krankheitslast

- Entwicklung einer integrierten europäischen Nahrungsmittel- und Ernährungspolitik

- Weiterentwicklung von Strategien zur Bekämpfung des Tabakkonsums

1.4.  Kommissionsbericht zu Fortschritten bei den Biowissenschaften und der Biotechnologie

Am 7. April 2004 hat die Kommission einen Bericht mit dem Titel "Biowissenschaften und Biotechnologie: Eine Strategie für Europa - Zweiter Fortschrittsbericht und künftige Ausrichtung" (KOM(2004) 250) vorgelegt. Die Kommission berichtet über die Fortschritte, die bei der Umsetzung der von ihr festgelegten "Strategie für Europa" im Bereich Biowissenschaften und Biotechnologie zu verzeichnen sind. Sie hebt insbesondere die Überarbeitung des Arzneimittelrechts, die Annahme des ordnungspolitischen Rahmens für genetisch veränderte Organismen und die Veröffentlichung der Leitlinien für die Koexistenz in der Landwirtschaft hervor. Die Kommission stellt ebenfalls fest, dass die Situation der europäischen Biotechnologie durch erhöhte öffentliche und private Investitionen in Forschung sowie durch den Zugang von Biotechnologieunternehmen zu Finanzquellen verbessert werden kann. Nach Ansicht der Kommission müssen die Mitgliedstaaten weitere Fortschritte bei der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen erzielen, insbesondere im Bereich des geistigen Eigentums und des Gemeinschaftspatents sowie in Bezug auf die neuen Rechtsvorschriften für GVO.

1.5. Ankündigung: EU-Gesundheitsminister und Experten zur Bekämpfung von HIV/AIDS treffen sich vom 17.-18. September 2004 in Wilna

Die EU-Gesundheitsminister und Experten aus ganz Europa werden sich vom 17.-18. September 2004 in Wilna, Litauen, treffen. Debattiert werden wird ein EU-Maßnahmenpaket gegen die Ausbreitung von HIV/AIDS in der EU und ihren östlichen Nachbarn. Der Europäische Rat hatte im Juni 2004 eine entsprechende Initiative als Follow-Up zu einer Ministerkonferenz zum Thema HIV/AIDS, die vom 23.-24. Februar 2004 in Dublin stattfand, gefordert. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter:
http://europa.eu.int/comm/health/ph_threats/com/aids/aids_en.htm

2. Arzneimittel und Medizinprodukte

EuGH-Verfahren gegen Deutschland wegen Regelungen zur Medikamentenversorgung von Krankenhäusern

Am 15. Juli 2004 teilte die Kommission mit, dass sie gegen Deutschland wegen mangelnden Wettbewerbs bei der Medikamentenversorgung von Krankenhäusern Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einreicht (IP/04/919). Konkret geht es um eine Regelung, nach der Krankenhäuser Arzneimittel nur bei Apotheken beschaffen dürfen, die im selben oder in einem benachbarten Kreis liegen. Außerdem ist die Medikamentenbeschaffung eines Krankenhauses an die Bedingung geknüpft, dass ein Apotheker, der im selben Kreis oder einem Nachbarkreis niedergelassen ist, eine Kontroll- und Beratungsfunktion wahrnimmt.

3. Gesundheitsberufe/Personal/Beschäftigung

Kommission leitet gegen Deutschland zweite Stufe des Vertragsverletzungsverfahrens wegen mangelhafter Umsetzung der Berufsanerkennungsrichtlinie ein

Die Kommission teilte am 16. Juli 2004 mit, dass sie an Deutschland bezüglich der Umsetzung der Richtlinie 2001/19/EG über die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen eine mit Gründen versehene Stellungnahme verschickt hat (IP/04/936). Darin mahnt die Kommission an, dass Deutschland der Kommission noch nicht mitgeteilt hat, nach welchen Vorschriften u.a. Ärzte, Zahnärzte und Apotheker aus anderen EU-Staaten in Deutschland ihre Qualifikationen nachweisen können.

Bei der mit Gründen versehenen Stellungnahme handelt es sich um die zweite Stufe des Vertragsverletzungsverfahrens nach Artikel 226 EG-Vertrag. Wenn Deutschland die mit Gründen versehene Stellungnahme der Kommission in den nächsten Monaten nicht zufrieden stellend beantwortet, kann die Kommission den Europäischen Gerichtshof anrufen.

4. Förderprogramme

4.1. Kommission ordnet Strukturfonds neu

Die Kommission hat am 15. Juli 2004 Vorschläge für fünf neue Verordnungen zur Reform der Kohäsionspolitik für den Zeitraum 2007-2013 vorgelegt. Das Paket umfasst im Einzelnen folgende Verordnungsvorschläge:

- Verordnung des Rates mit allgemeinen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds und den Kohäsionsfonds (KOM(2004) 492): In der neuen allgemeinen Verordnung sind gemeinsame Grundsätze, Regeln und Standards für die Durchführung der im Titel genannten Fonds festegelegt. Insbesondere geht es dabei um ein neues Programmplanungsverfahren sowie gemeinsame Standards für die finanzielle Abwicklung, Kontrolle und Evaluierung.

- Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) (KOM(2004) 495): Aufgabe des EFRE, dem u.a. das INTERREG-Programm zugeordnet ist, ist es, Investitionen zu fördern und zum Abbau der regionalen Ungleichgewichte in der Union beizutragen. Finanzierungsschwerpunkte sind u.a. Forschung, Innovation, Umweltfragen und Risikoverhütung, wobei auch Infrastrukturen v.a. in den am wenigsten entwickelten Regionen weiterhin eine wichtige Rolle zukommt.

- Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über den Europäischen Sozialfonds (KOM(2004) 493): Der ESF unterstützt Maßnahmen und Schwerpunkte, die der Schaffung von mehr und besseren Arbeitsplätzen, der Verbesserung der Arbeitsplatzqualität und Arbeitsproduktivität sowie der Förderung der sozialen Eingliederung und des sozialen Zusammenhalts dienen. Der Fonds wird im Einklang mit den Leitlinien und Empfehlungen der im Rahmen der Europäischen Beschäftigungsstrategie durchgeführt.

- Verordnung des Rates zur Errichtung des Kohäsionsfonds (KOM(2004) 494): Der Kohäsionsfonds beteiligt sich an Interventionen in den Bereichen Umwelt und transeuropäische Netze. Er betrifft Mitgliedsstaaten mit einem BIP von weniger als 90 % des Gemeinschaftsdurchschnitts. Ausgehend von den derzeitigen Statistiken wird der Fonds die zehn neuen Mitgliedsstaaten sowie Griechenland und Portugal abdecken. Künftig wird sich der Kohäsionsfonds zusammen mit dem EFRE an mehrjährigen, dezentral verwalteten Investitionsprogrammen beteiligen, anstatt von der Kommission einzeln zu genehmigende Vorhaben zu unterstützen.

- Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates bezüglich der Schaffung eines Europäischen Verbunds für grenzüberschreitende Zusammenarbeit (KOM(2004) 496): Um bestehende Hindernisse für grenzüberschreitende Kooperation zu beseitigen, schlägt die Kommission einen fakultativen Rahmen für die Schaffung von europäischen Kooperationsbehörden vor. Diese Behörden wären mit eigenen, für die Durchführung von grenzüberschreitenden Kooperationsprogrammen erforderlichen Rechtspersönlichkeiten ausgestattet und würden sich auf eine Vereinbarung zwischen den beteiligten nationalen, regionalen, lokalen und sonstigen öffentlichen Behörden stützen.

Die Dokumente und weitere Informationen zu diesem Thema sind im Internet zu finden unter: http://europa.eu.int/comm/regional_policy/debate/forum_de.htm

4.2. Neue Ausschreibungen für INTERREG III C

Das INTERREG III C Programm hat am 14. Juni 2004 seinen vierten Projektaufruf für die interregionale Zusammenarbeit und für Partnerschaften zur Förderung der regionalen Entwicklung veröffentlicht. Ziel des Programms ist die interregionale Zusammenarbeit für Regionen mit Entwicklungsrückstand. Es gibt keine geographische Begrenzung, d.h. alle Regionen können sich beteiligen. Interessierte Projektmanager können ihre Projektvorschläge bis zu folgenden Terminen einreichen:
Zone Nord: 8. Oktober 2004
Zone West: 8. Oktober 2004
Zone Ost: 19. November 2004

Das Antragspaket finden Sie im Internet unter folgender Adresse:
http://www.interreg3c.net

Diese Website enthält außerdem eine Datenbank für die Suche nach potentiellen Partnern für die Umsetzung eines Projekts.

4.3. INTERREG III Zwischenevaluierung

Am 2. Juli 2004 ist zum INTERREG III-Programm der Evaluierungsbericht für den Zeitraum 2000-2003 veröffentlicht worden. Der Bericht ist eine gute Informationsquelle zu den in ganz Europa durchgeführten INTERREG-Programmen und liefert für die Projektentwicklung nützliche Erfahrungen und Ansätze. Zu finden ist das Papier im Internet unter: http://www.interact-eu.net/226918/471522/0/0

4.4. Zukunft des Forschungsrahmenprogramms

Am 16. Juni 2004 hat die Kommission eine Mitteilung mit dem Titel "Wissenschaft und Technologie: Schlüssel zur Zukunft Europas - Leitlinien für die Forschungsförderung der Europäischen Union" veröffentlicht (KOM(2004) 353). Darin legt die Kommission die sechs Hauptziele dar, denen die europäische Forschungsförderung zukünftig verpflichtet sein soll.

Außerdem kündigt die Kommission Verbesserungen bei der Implementierung der Forschungsförderungsmaßnahmen an. Grundlage für entsprechende Maßnahmen soll u.a. der Bericht eines hochrangigen Expertenpanels sein, der am 21. Juni 2004 veröffentlicht wurde. In dem Bericht mit dem Titel "Evaluation of the effectiveness of the New Instruments of Framework Programme VI" werden die Förderungsinstrumente "Integrierte Projekte" und "Exzellenz-Netzwerke" evaluiert und Verbesserungsvorschläge unterbreitet.

Die Kommission führt eine öffentliche Konsultation zur künftigen europäischen Forschungspolitik durch. Die Forschungsgemeinde und Nutzer von Forschungsergebnissen sind aufgerufen, zu den Vorschlägen der Kommission Stellung zu nehmen. Weitere Informationen dazu sind im Internet zu finden unter: http://europa.eu.int/comm/research/future/index_en.html

5. Verschiedenes

Kommission hat neue wissenschaftliche Ausschüsse besetzt

Entsprechend des am 4. März 2004 im EU-Amtsblatt (L 66) veröffentlichten Kommissions-Beschlusses zur Neuordnung der wissenschaftlichen Ausschüsse hat die Kommission die Mitglieder der drei neuen wissenschaftlichen Ausschüsse ernannt. Die entsprechende Liste wurde am 23. Juli 2004 im Amtsblatt veröffentlicht (C 188/2). Die drei Ausschüsse haben jeweils eigene Internetseiten:

Wissenschaftlicher Ausschuss "Konsumgüter"
http://europa.eu.int/comm/health/ph_risk/committees/04_sccp/04_sccp_en.htm

Wissenschaftlicher Ausschuss "Gesundheits- und Umweltrisiken"
http://europa.eu.int/comm/health/ph_risk/committees/04_scher/04_scher_en.htm

Wissenschaftlicher Ausschuss "Neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken"
http://europa.eu.int/comm/health/ph_risk/committees/04_scenihr/04_scenihr_en.htm

6. Publikationen

6.1. Studie der Deutsch-Britischen Stiftung zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung

Die Deutsch-Britische Stiftung für das Studium der Industriegesellschaft hat im Februar 2004 eine Studie zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung mit dem Titel "The International Market for Medical Services: The UK-Germany Experience" veröffentlicht. Im Internet ist die Studie abrufbar unter:
http://www.agf.org.uk/pubs/pdfs/1443web.pdf

Die Studie ist auf zwei Ziele ausgerichtet:
1. Auswertung bestehender Erfahrungen mit der Zusammenarbeit zwischen englischen Gesundheitsanbietern und deutschen Krankenhäusern und Bewertung des Marktpotentials für deutsche Krankenhausleistungen im Vereinigten Königreich
2. Identifizierung von Hindernissen (technisch, administrativ/rechtlich, Haltungen/Einstellungen) für die Entwicklung eines wettbewerbsfähigen Marktes für deutsche Krankenhausleistungen im Vereinigten Königreich

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass ein erhebliches Marktpotential für deutsche Krankenhausleistungen im Vereinigten Königreich besteht. Um dieses auszuschöpfen müssen allerdings auf verschiedenen Ebenen (z.B. Information, Verwaltungsverfahren, Abbau von Misstrauen etc.) zunächst die Voraussetzungen geschaffen werden.

6.2. LSE-Studie zum europäischen Arzneimittelhandel

Im Januar 2004 hat das "Health and Social Care Department” der London School of Economics eine Studie mit dem Titel "The Economic Impact of Pharmaceutical Parallel Trade in European Union Member States: A Stakeholder Analysis” veröffentlicht. Sie ist abrufbar unter:
http://www.lse.ac.uk/collections/LSEHealthAndSocialCare/pdf/Workingpapers/ Paper.pdf

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die erhofften Einsparungen durch Arzneimittel-Parallelimporte weitgehend ausbleiben. Die Profite aus Parallelimporten fallen hauptsächlich bei den Zwischenhändlern an.

6.3. Vergleichende Studie über die Gesundheitssysteme der Mittel- und Osteuropäischen Länder (in französischer Sprache)

Das französische Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Industrie hat auf seiner Erweiterungswebsite eine vergleichende Studie über die Gesundheitssysteme der Mittel- und Osteuropäischen Länder mit Datum 11. März 2004 eingestellt. Die Studie mit dem Titel "PECO: Dossier systèmes de santé", die nur in französischer Sprache erhältlich ist, kann über folgenden Link abgerufen werden: http://www.dree.org/elargissement/def2.htm (dann im Menübalken "Etudes Elargissement" auswählen).

6.4. Abschlussbericht zu dem Public Health-Projekt "Benchmarking Health Monitoring Programmes"

Im Rahmen des EU-Programms zur öffentlichen Gesundheit wurde im März 2004 der Abschlussbericht zu dem Projekt "Benchmarking Health Monitoring Programmes " veröffentlicht. Weiter Information dazu im Internet unter:
http://europa.eu.int/comm/health/ph_projects/2001/monitoring/monitoring_project_2001_full_en.htm#14

6.5. Vergleichende Studie des European Observatory zu den Implikationen der Osterweiterung für die nationale und internationale Gesundheitspolitik

Unter dem Titel "Health policy and European Union enlargement" hat das European Observatory eine Studie zu den Implikationen der Osterweiterung für die nationale und internationale Gesundheitspolitik veröffentlicht. Die Studie, die u.a. den Zustand der Gesundheitssysteme in den Beitrittsländern analysiert, ist im Internet abrufbar unter:
http://www.euro.who.int/document/E82999.pdf

Weitere Information finden sich auf der Homepage des European Observatory:
http://www.euro.who.int/observatory/toppage

6.6. Studie zu Zuzahlungen im internationalen Vergleich

Mitte Mai stellte das BMGS die in seinem Auftrag von der Beratungsgesellschaft BASYS erstellte Studie "Zuzahlungen im internationalen Vergleich" vor. Die Studie vergleicht Zuzahlungssysteme verschiedener europäischer Nachbarländer. Außerdem beinhaltet sie umfangreiches vergleichendes Datenmaterial zu den europäischen Gesundheitssystemen.
Weitere Informationen zu der Studie sowie die Möglichkeit, die Studie gegen Entgelt zu bestellen, bietet die Homepage von BASYS: http://www.basys.de/deutsch/


6.7. Neue OECD-Publikationen

Mitte Mai hat die OECD eine Bericht mit dem Titel "Towards High-Performing Health Systems" veröffentlicht. Der Bericht beschäftigt sich mit Strategien zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit im Gesundheitswesen. Auf der Basis international vergleichender Daten werden verschiedene Themenbereiche analysiert, z.B. neue Gesundheitstechnologien, Langzeitpflege, private Krankenversicherung, Kostenkontrolle im Gesundheitsbereich, einkommensunabhängiger Zugang zum Gesundheitswesen, Wartezeiten für elektive Behandlungen etc.. Weitere Informationen dazu finden Sie im Internet unter:
http://www.oecd.org/document/58/0,2340,en_2649_37407_31786874_1_1_1_37407,00.html

Weiterhin hat die OECD Anfang Juni die "OECD Health Data 2004" veröffentlicht. Weiter Informationen zu dieser umfangreichen Datensammlung finden Sie im Internet unter:
http://www.oecd.org/document/30/0,2340,en_2649_37407_12968734_1_1_1_37407,00.html

6.8. Vergleichende Untersuchung zur Regulierung von Gesundheitsberufen

Im April 2004 hat das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen eine Untersuchung mit dem Titel "Regelungen der Berufsgruppen Psychotherapie, klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie" veröffentlicht. Die Publikation liefert grundlegende Informationen über die Art der Reglementierung der drei Berufe in den Ländern des EWR gemäß EWR-Richtlinie 89/48/EWG sowie in der Schweiz. Die genannte Richtlinie regelt die gegenseitige Anerkennung von Hochschuldiplomen, die eine mindestens dreijährige Berufsausbildung abschließen, in den Mitgliedstaaten des EWR. Weitere Informationen und die Möglichkeit, die Untersuchung gegen Entgelt zu beziehen, sind im Internet zu finden unter:
http://www.oebig.at/index.php?set_language=de&cccpage=publikationen_detail&set_z_publikationen=93&set_kategorie_detail_gespeichert=7

7. Internationale Veranstaltungen/Kongresse/Seminare

7.-9. September 2004, Den Haag
Shaping the EU Health Community: Balancing Health, Social Development and Internal Market
Website: www.euhealthcommunity.org
Tel.: +31 (0)30 230 65 52
Email: info@euhealthcommunity.org

12.-13. Oktober 2004, Zürich
4. Schweizerischer eHealthcare Kongress 2004
Website: www.ehealthcare.ch
Tel.: +41 41 925 76 89
Email: info@ehealthcare.ch