1. Politik

1.1 Überarbeitung der Verordnung Nr. 1408/71 zur Koordinierung der Systeme sozialer Sicherheit

Die Kommission beabsichtigt, die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Wanderarbeitnehmer zu überarbeiten. Ziel ist neben einer einfacheren und verständlicheren Gestaltung auch die Integration einiger bisher nicht berücksichtigter Personengruppen und Leistungsarten.

Mit dem Vorschlag der Kommission (KOM (1998) 779 endg.) soll die neue Verordnung nun auf alle Personen anwendbar sein, die von den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats über soziale Sicherheit erfasst sind. Deshalb soll zukünftig der Begriff "Person" die derzeitige Aufzählung von "Arbeitnehmer" und "Selbständiger", "Familienangehöriger" und "Flüchtling" ablösen. Damit soll die Koordinierungsregelung Personen erfassen, die strenggenommen nicht der "erwerbstätigen" Bevölkerung angehören, die jedoch in bestimmten Bereichen einem System der sozialen Sicherung angeschlossen sind und ihr Recht auf Freizügigkeit ausüben können (Studenten). Die Aufnahme dieses Begriffs bedeutet überdies, dass die Gemeinschaftsbestimmungen Drittstaatsangehörige erfassen werden, die einem System der sozialen Sicherheit in einem beliebigen Mitgliedstaat angeschlossen sind.

Um neuere Leistungsarten - z.B. Vorruhestandsregelungen - einbeziehen zu können, ist vorgesehen, die Liste der von der Koordinierungsregelung erfassten Zweige der sozialen Sicherung auszudehnen. Schließlich soll eine Reihe von Vorschriften über Arbeitslosigkeit ohne Umgestaltung der Grundstruktur der bestehenden Regelung geändert werden. Derzeit hat ein Arbeitsloser, der sich auf Arbeitssuche in einen anderen Mitgliedstaat begibt, Anspruch auf Weiterzahlung der Leistungen bei Arbeitslosigkeit durch den zuständigen Staat für die Dauer von drei Monaten nach seiner Ausreise. Diese Frist soll auf sechs Monate verlängert werden.

Bereits Anfang des Jahres hat der Wirtschafts- und Sozialausschuss dem Vorschlag der Kommission im wesentlichen zugestimmt. Im Rat der Arbeits- und Sozialminister wurde er zuletzt am 6.6.2000 diskutiert. Strittig waren dort vor allem Detailfragen im Bereich der Koordinierung von Sachleistungen im Krankheitsfall (insbesondere Regelungen zur Kostenerstattung zwischen den Mitgliedstaaten). Die Arbeit am Verordnungsvorschlag wird nun in den vorbereitenden Gremien des Ministerrats fortgesetzt. Über die weitere Entwicklung werden wir berichten.

1.2 Aktionsprogramm der EU-Kommission zur Gesundheit

Die Kommission hat zwischenzeitlich den Entwurf der seit längerem angekündigten Mitteilung über die gesundheitspolitische Strategie der Europäischen Gemeinschaft sowie einen Beschlussvorschlag über ein Aktionsprogramm im Bereich der öffentlichen Gesundheit vorgelegt. Es ist auf eine Laufzeit von sechs Jahren angelegt, mit 300 Mio. Euro ausgestattet und umfasst drei Programmschwerpunkte.

  1. Im ersten Schwerpunkt ist die Einrichtung eines umfassenden, gemeinschaftsweiten Gesundheitsinformationssystems geplant. Die Kommission zielt hier insbesondere auf den Vergleich und die Bewertung von Leistungen, Qualität und Kosten der einzelnen Gesundheitssysteme ("Benchmarking"), deren Ergebnisse - ähnlich der Strategie der Kommission in der Beschäftigungspolitik - im Sinne von "best practices" in Empfehlungen an die nationalen Gesundheitsbehörden einfließen sollen. Neben der Entwicklung von Verfahren zur Datenerhebung und zur Einrichtung von Datenbanken ist dabei die Festlegung gemeinschaftlicher Indikatoren zur Berichterstattung über den Gesundheitszustand, Erkrankungen und Gesundheitsfaktoren sowie die Wirksamkeit der nationalen Gesundheitssysteme vorgesehen. Geplant sind auch Verfahren, die die national jeweils eingesetzten Technologien, medizinischen Interventionen und verwendeten Qualitätsstandards analysieren und bewerten und in entsprechende Leitlinien münden sollen.
  2. Die Maßnahmen im zweiten Schwerpunkt sollen die Gemeinschaft in die Lage versetzen, rasch auf Gesundheitsgefahren zu reagieren, die von den einzelnen Mitgliedstaaten nicht allein bewältigt werden können. Ziel ist zum einen die Erarbeitung eines Frühwarn- bzw. "Schnellreaktionssystems", das die zuständigen Behörden und die Öffentlichkeit zügig über das Auftauchen und die Ausbreitung übertragbarer Krankheiten informiert und ein koordiniertes Handeln der Mitgliedstaaten gewährleistet. Zum anderen fasst die Kommission unter diese Überschrift diverse Maßnahmen zur Qualitätssicherung bei der Verwendung von Blut und Blutbestandteilen sowie beim Umgang mit Organen und Substanzen menschlichen Ursprungs.
  3. Im Schwerpunkt "Gesundheitsfaktoren" geht es schließlich darum, Strategien zur Ermittlung der wirksamsten Maßnahmen für die Bekämpfung von Krankheiten, die Prävention und die Gesundheitsförderung zu entwickeln. Auch hier will die Kommission eine Benchmarking-Methodik entwickeln, mit der die Maßnahmen der Mitgliedsstaaten verglichen und bewertet werden sollen.

Neben den drei Schwerpunkten beinhaltet das Programm weitere Vorhaben. So will die Kommission dem Ziel eines hohen Gesundheitsschutzes für die EU-Bürger in anderen Politikbereichen mehr Geltung verschaffen. Um dies zu erreichen, soll in neuen Kommissionsvorschlägen regelmäßig angeführt werden, in welcher Weise den Gesundheitserfordernissen Rechnung getragen wird. Dazu soll in der Begründung jeweils erläutert werden, wie und warum gesundheitliche Erwägungen berücksichtigt wurden und welche Auswirkungen auf die Gesundheit zu erwarten sind. Zudem sollen Kriterien und Methoden wie Bewertungsrichtlinien und Prüflisten entwickelt werden, mit denen Maßnahmenvorschläge und deren Umsetzung entsprechend evaluiert werden können.

Um Offenheit und Transparenz der EU-Gesundheitspolitik zu verstärken, will die Kommission zudem ein Europäisches Gesundheitsforum - ein "Gesundheitsparlament" mit beratender Funktion - einrichten. Dort sollen Patientenorganisationen, Anbieterverbände sowie Organisationen der Gesundheitsberufe die Gelegenheit haben, Beiträge zur Gesundheitspolitik und zur Festlegung von Prioritäten zu leisten. Noch in diesem Jahr soll eine Konsultation zu den Einzelheiten der Arbeitsweise, Organisation und Zusammensetzung des Forums durchgeführt werden. Das Bundesgesundheitsministerium strebt eine Zusammensetzung der deutschen Repräsentanten in Anlehnung an die Konzertierte Aktion an.

Das Programm wird am 29. Juni im Rat der Gesundheitsminister besprochen und aller Voraussicht nach auch so beschlossen. Mit der Umsetzung des Programms will die Kommission dann im Jahr 2001 beginnen. Angesichts des im weiteren Verlauf komplexen Entscheidungsverfahrens - erforderlich sind Stellungnahmen des Wirtschafts- und Sozialausschusses sowie des Ausschusses der Regionen; das Europäische Parlament hat zudem darüber mit zu entscheiden - ist eine Verzögerung des Zeitplans aber nicht auszuschließen. Nicht zuletzt deshalb beabsichtigt die Kommission, die bestehenden acht, zum Teil in diesem bzw. im nächsten Jahr eigentlich auslaufenden Programme bis zum Inkrafttreten des neuen Aktionsprogramms zu verlängern. Über die weitere Entwicklung werden wir berichten.

1.3 Grenzüberschreitende Krankenhausbehandlung

Neue Entwicklungen haben sich zwischenzeitlich in den beim EuGH anhängigen Verfahren zur grenzüberschreitenden Krankenhausbehandlung ergeben. In den Fällen Peerbooms und Geraets-Smits (Rechtsache C-157/99) hat der Generalanwalt mittlerweile seinen Schlussantrag vorgelegt. In beiden Fällen geht es um die Frage, ob das Erfordernis einer vorherigen Genehmigung durch die zuständige (niederländische) Krankenkasse eine Behinderung des freien Dienstleistungsverkehrs im Sinne der Europäischen Verträge darstellt und - wenn dies der Fall sein sollte - ob dies durch höherrangige Rechtsgüter gerechtfertigt werden kann. In dem in der Presse bereits als Vorentscheidung interpretierten Schlussantrag kommt der Generalanwalt zu dem Ergebnis, dass die Notwendigkeit der vorherigen Genehmigung im Falle einer ausländischen Krankenhausbehandlung nicht gegen die Dienstleistungsfreiheit des EG-Binnenmarktes verstößt.

In enger Anlehnung an die Stellungnahmen zahlreicher EU-Mitgliedsländer wird im Schlussantrag wie folgt argumentiert: Zum einen stuft der Generalanwalt (niederländische) Krankenhausleistungen nicht als Dienstleistungen im Sinne des EG-Vertrags ein. Er rechtfertigt dies damit, dass der Leistung niederländischer Krankenhäuser aufgrund des dort geltenden Sachleistungsprinzips keine leistungsgerechte Bezahlung gegenüberstehe: Die Versicherten hätten für die Behandlung keinen direkt zu entrichtenden Betrag zu bezahlen und wiesen auch keinen Anspruch auf Kostenerstattung auf. Zudem bezahlten auch die Kassen die stationäre Behandlung nicht nach medizinischen Leistungen, ihr finanzieller Beitrag bestehe vielmehr in der Zahlung eines Pauschbetrags für jeden in der Kartei geführten Patienten bzw. in der Zahlung eines Pflegesatzes pro Tag des Krankenhausaufenthalts, der dessen tatsächliche Kosten nicht widerspiegele. Nach Ansicht des Generalanwalts fehlt den erbrachten Sachleistungen daher das definitionsmäßig zentrale Element des Entgelts, so dass sie nicht als Dienstleistungen im Sinne des EG-Vertrags eingestuft werden können.

Falls der Gerichtshof diesen Standpunkt nicht teilen sollte, prüft der Generalanwalt zum anderen, ob die niederländische Regelung - Bezahlung einer Krankenhausbehandlung im Ausland erst nach Zustimmung durch die zuständige Kasse - den freien Dienstleistungsverkehr ungerechtfertigt einschränkt. Er verneint dies und rechtfertigt die Behinderung der Dienstleistungsfreiheit mit Gründen des Allgemeinwohls, insbesondere mit dem Ziel der gleichmäßigen Versorgung der Bevölkerung im Inland und der Sicherung der finanziellen Stabilität des inländischen gesetzlichen Krankenversicherungssystems: Die vorherige Genehmigung sei notwendig, um eine gleichgewichtige und für alle zugängliche Versorgung mit Krankenhausleistungen zu garantieren und eine wesentliche Versorgungskapazität und Qualität auf dem nationalen Territorium zu sichern.

Angesichts bisheriger Erfahrungen erwarten Experten, dass der Europäische Gerichtshof diesen Ausführungen folgt. Er würde dann allerdings der Tendenz seiner bisherigen Rechtsprechung zum Teil widersprechen. Das Urteil wird für den Herbst des Jahres erwartet. Über die weitere Entwicklung werden wir berichten.

1.4 Europäische Grundrechtscharta; hier: Recht auf freien Zugang zu medizinischer Versorgung

Europäisches Parlament und Rat haben einen Konvent eingesetzt, dessen Aufgabe die Erarbeitung einer "Europäischen Grundrechtscharta" ist. Der Konvent - besetzt mit Vertretern der 15 EU-Mitgliedsländer, 16 Mitgliedern des Europäischen Parlaments, 30 Mitgliedern der nationalen Parlamente und unter Vorsitz des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog - hat nach mehrmonatiger intensiver Beratung kürzlich einen entsprechenden Entwurf vorgestellt. Dieser Entwurf beinhaltet auch einen Abschnitt über soziale Grundrechte, in dem wiederum ein Artikel zum Gesundheitsschutz zu finden ist: Art. 42 gewährt den Bürgerinnen und Bürgern der EU freien Zugang zu medizinischer Versorgung und Vorbeugemaßnahmen in Übereinstimmung mit den rechtlichen Regelungen des jeweiligen Mitgliedsstaates ("Everyone shall have access to medical care and prophylactic measures in accordance with each Member State′s rules").

Der Entwurf der Charta soll auf dem Europäischen Gipfel am 19. und 20. Juni in Feira vom Rat der Regierungschefs besprochen werden. Der Konvent wiederum plant für den 18. und 19. Oktober die endgültige Annahme des Entwurfs. In den Gremien der EU wird der Entwurf im Laufe des Herbsts 2000 besprochen. Unklar ist bislang vor allem der Status der Grundrechte. Insbesondere ist zu entscheiden, ob die Grundrechte in die Europäischen Verträge aufgenommen und damit auch verbindlich werden sollen. Während das Europäische Parlament hinter diesem Vorschlag steht, zeichnet sich in einigen Mitgliedsstaaten der EU (z.B. Großbritannien) erheblicher Widerstand dagegen ab. Bevorzugt wird von dieser Seite eine rechtlich unverbindliche politische Absichtserklärung. Über die weitere Entwicklung werden wir berichten. 

1.5 Patientenrechte in Europa

Auf einer Tagung der WHO zu Patientenrechten in Jerusalem ist unlängst eine internationale Arbeitsgruppe eingerichtet worden, die sich zum Ziel gesetzt hat, Patientenrechte in Europa zu vergleichen und auf dieser Grundlage Leitlinien und Empfehlungen zu deren Weiterentwicklung zu erarbeiten. Die Empfehlungen sollen bis zur nächsten Konferenz der WHO im Mai 2001 in Budapest vorgelegt werden. Koordiniert wird die Arbeit von der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V., Internet: http://www.dgvp.de.

1.6 Stellungnahme des Ausschusses der Regionen zur EU-Gesundheitspolitik

Der Ausschuss der Regionen hat auf seiner 33. Plenartagung am 14. April 2000 eine Stellungnahme zur "Rolle der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften bei der Reform der europäischen Gesundheitssysteme" verabschiedet (CdR 416/99). Dort wird betont, dass sich europäische Kompetenzen im Gesundheitswesen auf das Notwendige begrenzen müssten. Eine Vereinheitlichung der Gesundheitssysteme der Mitgliedstaaten sei weder wünschenswert noch gerechtfertigt. Zudem seien die Entscheidungskompetenzen der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften zu berücksichtigen und auszubauen. Die Kommission wird weiter aufgefordert, durch praktische Initiativen und Entwicklungsaufträge zur Lösung lokaler und regionaler Probleme in den Grenzbereichen zwischen den nationalen Gesundheitssystemen beizutragen. Gleichzeitig solle die europäische Gesundheitsberichterstattung ausgedehnt werden, um so auf Basis verlässlicher Daten praxisnahe Strukturvergleiche erstellen zu können. Angeregt wird schließlich eine Debatte über die grenzüberschreitende Planung und Finanzierung von Gesundheitsdienstleistungen.

2. Personal/Beschäftigte

2.1 Ausweitung der EU-Arbeitszeitrichtlinie auf Ärzte in der Ausbildung

Wie im letzten DKG-Brüssel-Info-Service (RS 104/00;12.4.00) berichtet, ist es im Vermittlungsausschuss von EP und Rat zu einer Einigung bezüglich der Ausweitung der EU-Arbeitszeitrichtlinie auf Ärzte in der Ausbildung gekommen (Dokument PE-Cons 3618/00). Das Europäische Parlament hat diesem Ergebnis nun am 17. Mai 2000 zugestimmt; das Vermittlungsresultat hat damit Gesetzeskraft. Der Text der novellierten Richtlinie ist demnächst auch im Amtsblatt der EU zu finden.

2.2 Projekt "Wandel der Arbeitsorganisation und Verbesserung von Schlüsselqualifikationen im Krankenhausbereich"

Das durch die EU geförderte, von Akteuren aus fünf Mitgliedstaaten initiierte Projekt "Change of Work Organization and Improvement of Key Qualifications in the Hospital Sector" will die Arbeitsorganisation in den Krankenhäusern vertiefen und verbessern und den Austausch zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten sowie zwischen Beschäftigten auf unterschiedlichen Hierarchieebenen intensivieren. Konkrete Ziele sind:

  • Entwicklung und Angebot von Weiterbildungskursen zum Thema Qualitätssicherung durch Wandel in der Arbeitsorganisation
  • Entwicklung von Methoden zur Evaluation von Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsorganisation
  • Entwicklung von Strategien und Leitlinien zur Optimierung von Arbeitsprozessen, basierend auf herausragenden Beispielen
  • Aufbau eines EU-weiten Netzwerkes interessierter Akteure

Nähere Informationen über das Projekt auf der Internet-Homepage des Projekts (www.eurocarenet.org).

Das Projekt will zudem den Sozialen Dialog zwischen Arbeitgebern und Beschäftigtem im Krankenhausbereich auf der Ebene der Europäischen Union befördern und hat in diesem Zusammenhang vom 12. bis 13 Mai 2000 eine Konferenz zum Thema "Developing the Social Dialogue within the Hospital Sector" durchgeführt. Die Teilnehmer dort haben u.a. die EU-Kommission aufgefordert, zur Entwicklung eines formalen Rahmens zur Institutionalisierung des Sozialen Dialogs beizutragen. Gemeint ist damit ein ständiger Austausch zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen im Krankenhausbereich auf Europäischer Ebene. Detaillierte Informationen zu den Konferenzergebnissen auf der oben genannten Internet-Homepage.

3. Qualitätssicherung

Vom 13.-16. September 2000 findet in Dublin die 17. Internationale Konferenz der International Society for Quality in Health Care statt. Näheres unter Punkt 6.1.

4. EDV/Statistik

Im neuen EU-Aktionsprogramm "Gesundheit" ist die Einrichtung eines umfassenden, gemeinschaftsweiten Gesundheitsinformationssystems geplant, das auf den Vergleich und die Bewertung von Leistungen, Qualität und Kosten der einzelnen Gesundheitssysteme zielt ("Benchmarking") und Empfehlungen im Sinne von "best practices" an die nationalen Gesundheitsbehörden ermöglichen soll. Näheres unter Punkt 1.2.

5. Förderprogramme

5.1 Verlängerung bestehender Aktionsprogramme im Bereich "Öffentliche Gesundheit" über das Jahr 2000 hinaus

Die Kommission plant, die ursprünglich Ende 2000 auslaufenden Aktionsprogramme zur Gesundheitsförderung, gegen den Krebs, zur Suchtprävention und gegen AIDS bis zum Inkrafttreten des neuen Programms (siehe Punkt 1.2) zu verlängern. Es wird daher voraussichtlich im nächsten Jahr einen weiteren Termin zur Antragstellung geben (vermutlich Juni 2001). Gefördert werden sollen dann Maßnahmen, deren Inhalte in die Ziele des neuen Aktionsprogramms integrierbar sind.

5.2 Ausschreibung zum EU-Aktionsprogramm "Durch Umweltverschmutzung bedingte Krankheiten"

Das Aktionsprogramm gehört zu den drei großen EU-Förderprogrammen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die im letzten Jahr verabschiedet wurden und dieses Jahr zum ersten Mal zu einer Einreichung von Vorschlägen auffordern. Das Arbeitsprogramm 2000 legt besonderen Wert auf Maßnahmen, die die Auswirkungen von Schadstoffverseuchung, Lärmbelästigung und Umweltverschmutzung durch Abfälle auf die öffentliche Gesundheit bewerten und den Begriff der umweltbezogenen Gesundheitsindikatoren weiterentwickeln sollen.

Vorschläge zur Beteiligung am Programm können bis zum 31. Juli 2000 eingereicht werden. Weitere Auskünfte zum Programm sind von der Generaldirektion Gesundheit GD Sanco/F/2, Gebäude Euroforum, L-2920 Luxemburg, Fax: 00352/4301 345 11. Detaillierte Informationen (Programminhalte, Förderung, Antragstellung usw. im Internet unter http://europa.eu.int/comm/dg24/health/ph/programmes/index_en.html (Link: Pollution related diseases).

5.3 Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen betr. "technische Unterstützung für Gesundheitsschutz und Sicherheit"

Im Rahmen der Förderung "indirekter FTE-Aktionen" fordert die Kommission auch zur Einreichung von Vorschlägen auf, die sich der technischen Unterstützung für Gesundheitsschutz und Sicherheit annehmen. U.a. sind Vorschläge zur biologischen Evaluierung von medizinischen Geräten, Entwicklung und Validierung von Quantifizierungsverfahren bei Allergenen, Messungen für die In-Vitro-Diagnose (Labormedizin) gefragt. Einreichungsfrist für Vorschläge ist der 15. September. Detaillierte Informationen im Amtsblatt der EU (C 108, S. 77-80) oder im Internet unter http://www.cordis.lu/growth/calls/200001.htm (Link: Measurements & Testing, Infrastructures)

5.4 Nationale Kontaktstellen zum EU-Förderprogramm "Lebensqualität und Management lebender Ressourcen"

Zum EU-Förderprogramm "Lebensqualität und Management lebender Ressourcen", insbesondere auch zu den Forschungsthemen mit Gesundheits- bzw. Krankenhausrelevanz, existieren in Deutschland zwei "Nationale Kontaktstellen", die Informationen zu den Inhalten des Förderprogramms, zu den Antragsfristen und zur Antragstellung erteilen. Auch die Antragsunterlagen sind dort erhältlich. Die für die gesundheitsbezogenen Forschungsthemen relevanten Kontaktstellen sind:

Kontaktstelle LEBENSWISSENSCHAFTEN, DLR-PT, Projektträger EU-Programme, Königswinterer Str. 522-524, 53227 Bonn (Oberkassel), Internet: http://www.dlr.de/PT/eu/biomed

Kontaktstelle LEBENSWISSENSCHAFTEN, Forschungszentrum Jülich GmbH, PT BEO, Postfach 1913, 52425 Jülich, Internet: http://www.kfa-juelich.de/beo/euhome.htm

6. Verschiedenes

6.1 Tagungen, Fachkongresse

Im Rahmen der EXPO Hannover findet vom 21. Juli bis zum 20. August der Weltkongress "Medicine Meets Millennium" in Zusammenarbeit mit der WHO statt. Jeder der 31 Tage des Kongresses ist einem anderen Thema gewidmet; abgedeckt ist das gesamte Spektrum der Gesundheitspolitik. Näheres zum Programm und zu den Anmelderegularien im Internet unter http://www.mh-hannover.de/mmm oder über e-mail bei MMM@MH-Hannover.DE

Vom 27. August bis 1. September 2000 findet in Dubrovnik eine Summer School des European Observatory on Health Care Systems unter dem Titel "Hospitals in a Changing Europe" statt. Behandelt werden dort z.B. die Folgen neuer Technologien für die Krankenhäuser, Finanzierungsfragen, die Einführung von Krankenhausinformationssystemen, Leistungs- und Kostenvergleiche, aber auch über den Krankenhausbereich hinausreichende Themen wie die Gesundheitsförderung. Referenten werden u.a. Experten des Gesundheitswesens aus der London School of Economics, der Weltbank und der WHO sein. Zielgruppe sind Entscheider in der Krankenhauspolitik und Krankenhausmanager. Am Ende des Seminars erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Nähere Informationen bei Maria Komninou, Summer School Organiser, LSE Health, London School of Economics, Houghton Street, London WC2A 2AE, United Kingdom, Fax: 0044/2079556803, e-mail: M.Komninou@lse.ac.uk

Vom 13.-16. September 2000 findet in Dublin, Irland die 17. Internationale Konferenz der International Society for Quality in Health Care statt. Detaillierte Informationen zum Programm und zu den Anmelderegularien bei: International Society for Quality in Health Care (Fax: 0061/3/9417/6851, über e-mail: isqua@isqua.org.au bzw. im Internet unter http://www.isqua.org.au/ISQUAPAGES/ProgramsEvents.html

Vom 21.-23. September 2000 findet in Graz, Österreich unter dem Titel EuroPACS 2000 die 18. Jahrestagung von EuroPACSstatt. Näheres zum Programm und zu den Anmelderegularien bei Dr. Andreas Holzinger, Institut für Medizinischel Informatik, Statistik und Dokumentation, Universität Graz, Engelgasse 13/I, A-8010 Graz, Österreich, e-mail: andreas.holzinger@kfunigraz.ac.at, Fax: 0043/316 385 3590, Tel.: 0043/316 385 3201 oder unter: http://www.kfunigraz.ac.at/imiwww/europacs

Vom 27.-29. September 2000 findet in Kopenhagen, Dänemark, die Konferenz "Reducing Social Inequalities in Health" statt. Veranstalter sind das WHO-Regionalbüro für Europa und das dänische Gesundheitsministerium. Nähere Informationen zum Programm und zu den Anmelderegularien im Internet unter http://www.inequalities-copenhagen.dk/Forside1.htm dder bei: Copenhagen Health Administration, Department of Planning and Public Health, Sjaellandsgade 40, DK-2200 Copenhagen N, Tel.: 0045 3530 3530, Fax: 0045 3530 3939, E-mail: sundby.suf@ipost.kk.dk

Vom 12.-15. Oktober 2000 findet die 10. Jahrestagung von Alzheimer Europa in München statt. Informationen zum Programm im Internet unter http://www.alzheimer-conference.org. Näheres zur Anmeldung bei EUROKONGRESS, Isartorplatz 3, 80331 München, Tel.: 089-210 986 0 bzw. Fax.: 089-210 986 98 oder e-mail info@eurokongress.de.

Vom 14.-16. November 2000 findet in Hamburg der 75. Deutsche Fürsorgetag unter dem Motto "Europa sozial gestalten" statt. Themen werden u.a. sein: "Konturen einer europäischen Sozialpolitik und eines europäischen Sozialrechts", "Qualitätsentwicklung und Qualitätsstandards im europäischen Vergleich", "Europäische Fördermittel, Förderrichtlinien, Förderinstrumentarien". Näheres zum Deutschen Fürsorgetag beim Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge, Am Stockborn 1-3, 60439 Frankfurt/Main, Tel.: 069/95807-01, Fax: 069/95807-381/162