Mitglieder der Delegation haben im Rahmen von Vorträgen und Diskussion mit rund 20 Entscheidern des NHS Erfahrungen über die Kooperation von deutschen Krankenhäusern in Klinikverbünden und Konzernen dargestellt. Sie reagierten damit auf Bitten des gastgebenden NHS, wo zurzeit intensiv über die Eröffnung solcher Kooperationsmöglichkeiten für die dortigen „Trusts“ (Krankenhausträger) diskutiert wird.

Die Studienreise der DKG ist nach Besuchen in Polen, der Slowakei, den Niederlanden und Schweden bereits zu einer guten Tradition geworden. Mit dem Blick auf die Erfahrungen in anderen Ländern können auch wertvolle Erkenntnisse für die Diskussion in Deutschland gewonnen werden.

Daneben gab es auch Entwicklungen auf EU-Ebene mit Relevanz für deutsche Krankenhäuser.

EU-Gesundheitsminister tagen informell in Bratislava

Die in der so genannten EPSCO-Ratsformation tagenden Beschäftigungs-, Gesundheits- und Verbraucherschutzminister haben das halbjährliche informelle Treffen in Bratislava unter Vorsitz der slowakischen EU-Ratspräsidentschaft durchgeführt. Im Fokus der Debatten standen Fragen der Bekämpfung von Arzneimittelengpässen und von Tuberkulose sowie zur verbesserten Durchimpfung der Bevölkerung. Auf deutsche Initiative wurde die Europäische Kommission aufgefordert, die von ihr eingerichtete „Arbeitsgruppe zur Patientensicherheit und zur Qualität der Gesundheitsversorgung“ stärker zu fördern. Obwohl die Arbeit des Gremiums allen Bürgern Europas zu Gute kämen, seien Sitzungen im Jahr 2016 abgesagt worden, so die Bundesregierung in ihrer Begründung.

Die Website der Ratspräsidentschaft mit weiterführenden Dokumenten finden Sie hier.

Einrichtung einer europaweiten Datenbank für gespendete Geweben und Zellen

Eine neue, von der Europäischen Kommission eingerichtete Datenbank gibt Ärzten und Behörden die Möglichkeit, gespendete Geweben und Zellen vom Empfänger bis zum Spender zurückzuverfolgen. Die Datenbank enthält Information zu allen 2.800 Gewebeeinrichtungen in der EU und ermöglicht es diesen, die Zell- und Gewebeprodukte nach einem einheitlichen Code-System (SEC – Single European Code) zu kennzeichnen. Damit werden Verpflichtungen aus einer EU-Richtlinie zur Kodierung von Geweben und Zellen (EU/2015/565) umgesetzt. Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie zum Ende Oktober 2016 umgesetzt haben.

Eine Pressemitteilung der Europäischen Kommission finden Sie hier.

Bayerisch-Tschechische Rettungsdienstzusammenarbeit beschlossen

Mit einem gemeinsamen Abkommen haben Bayern und Regionen in Tschechien die grenzüberschreitende Koordinierung von Rettungsdiensteinsätzen eine Grundlage verschafft. Damit soll die Rettungsdienstversorgung der Bevölkerung erheblich verbessert werden. Die Vereinbarung betrifft technische und organisatorische Aspekte der Koordination von der Alarmierung über Transport bis zur Einweisung in eine Gesundheitseinrichtung. In Deutschland gibt es bereits mehrere solcher Rettungsdienstabkommen, beispielsweise mit Frankreich oder mit Polen.

Eine Pressemitteilung des bayerischen Innenministeriums finden Sie hier.

Europäisches Parlament hört Experten zur Zukunft von m-health

Der Industrieausschuss und der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments haben in einer gemeinsam durchgeführten Anhörung Expertenmeinungen zu „m-health“ (mobile Gesundheitsanwendungen, beispielsweise Apps) erörtert. Zuvor hatte bereits die Europäische Kommission ein Grünbuch vorgelegt und eine öffentliche Konsultation zu dem Themenkomplex durchgeführt. Zudem wurde in ihrem Auftrag ein rechtlich nicht bindender Verhaltenskodex für Entwickler von m-health-Anwendungen erarbeitet. Mit der Anhörung möchte das Europäische Parlament sich in dem öffentlichen Diskurs beteiligen.

Die Parlamentswebsite mit weiterführender Information, beispielsweise mit Vorträgen der Experten, finden Sie bei diesem Link.

EU-Kommission informiert zu grenzüberschreitenden Gesundheitsgefahren

Die weltweite hohe Mobilität von Bürgern erhöht nach Ansicht der Europäischen Kommission das Risiko des Transports und der Übertragung von ansteckenden Krankheiten, beispielsweise Ebola oder das Zika-Virus. Betroffen seien davon sowohl Industrienationen als auch Schwellenländer. Die Europäische Kommission hat daher in den vergangenen drei Jahren eine Reihe von Maßnahmen zur Überwachung, Berichterstattung und Alarmierung ergriffen, mit denen schnell Gesundheitsgefahren für Menschen und Tiere vermieden werden sollen. Die Reaktionsfähigkeit wurde auch durch die Errichtung des „European Medical Corps“ verbessert. Zudem bezieht die Brüsseler Behörde neben den Vertretern der gesundheitlichen Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz auch weitere Entscheidungsträger aus anderen Politikbereichen ein, beispielsweise aus dem Verkehrssektor.

Einen umfassenden Bericht der EU-Kommission über die ergriffenen Maßnahmen und geförderten Projekte finden Sie hier.

Serie von EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise

Die Europäische Kommission steht unter Druck, effektive Maßnahmen zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise zu ergreifen. Sie hat daher ein ganzes Bündel an Gesetzesvorschlägen unterbreitet, mit den Bestimmungen des Asylverfahrens und der Aufnahmebedingungen weiter harmonisiert werden sollen. So wurde beispielsweise vorgeschlagen, dass Asylbewerber, die sich nicht in dem ihnen zugewiesenen EU-Mitgliedstaat aufhalten, kein Anrecht auf materielle Unterstützung oder auf Zugang zum Arbeitsmarkt im Aufenthaltsstaat haben sollen. Allerdings soll der Aufnahmestaat weiterhin die Gesundheitsversorgung dieser Personen gewährleisten. Für Krankenhäuser könnte sich die Lage verkomplizieren da fraglich sein könnte, wer letztlich die Kosten der Behandlung erstattet.

Eine Übersicht mit Hinweisen zu den Gesetzesvorschlägen und Berichten ist bei diesem Link einsehbar.

HOPE-Austauschprogramm 2017: die Bewerbungsfrist läuft!!

Das vom europäischen Krankenhausverband HOPE – European Hospital and Healthcare Federation seit annähernd 40 Jahren organisierte Angebot richtet sich an Führungskräfte aller Bereiche und Berufsgruppen im Krankenhaus und ermöglicht jährlich rund 150 Teilnehmern, die Vorteile grenzüberschreitenden Wissens- und Erfahrungsaustauschs im eigenen Krankenhaus nutzbar zu machen.

Das kommende Programm findet in der Zeit vom 15. Mai bis 11. Juni 2017 statt. Die Abschlusskonferenz am 12./13. Juni wird sich dem Thema „Organisational innovation in hospitals and healthcare” widmen.

Konkrete Information zum Ablauf und zum Bewerbungsverfahren sowie einen Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin am diesjährigen Programm entnehmen Sie bitte diesem Link.

Bewerbungen müssen bis zum 31. Oktober 2016 bei Herrn Peer Köpf (p.koepf@dkgev.de) bei der DKG eingereicht werden.

IHF lädt zum Weltkrankenhauskongress nach Durban

Der internationale Krankenhausverband IHF – International Hospital Federation lädt zur 40. Edition des „Weltkrankenhauskongresses“ für die Zeit vom 1. bis 3. November dieses Jahres nach Durban, Südafrika ein. Der Kongress, zu dem die IHF erstmalig in ihrer Geschichte auf den afrikanischen Kontinent einlädt, widmet sich dem Thema „Adressing the Challenge of Patient-centered Care and Safety“.

Ausführliche Information zum Kongress finden Sie hier.