Kommission Europa/Internationales

Gleichzeitig fehlt eine gemeinsame Überzeugung, wie man als Staatengemeinschaft sich den Krisen stellt, die sich in der Sommerpause nicht aufgelöst haben. So wird am Beispiel der Flüchtlingskrise deutlich, dass sich die unterschiedlichen Interessen und Betroffenheiten der Mitgliedstaaten nur noch schwer unter einen Hut bringen lassen: Italien kündigt einen Sonderweg an, Ungarn verkündet eine „Null-Flüchtlinge“-Politik und die Umverteilung der Flüchtlinge nach dem Beschluss der EU-Innenminister im Jahr 2015 hat gerade mal zweieinhalb Prozent erreicht.

Wichtige – und bereits seit langem versprochene – Reformen, wie der bereits für 2015 angekündigte Prozess der Überarbeitung der EU-Arbeitszeitrichtlinie, bleiben da erst mal auf der Strecke. Trotz all dieser übergeordneten Linien gab es auch Entwicklungen mit Relevanz für deutsche Krankenhäuser.

Investitionsoffensive der EU für die Gesundheitsinfrastruktur Europas

Die Europäische Kommission hat auf ihr Investitionsprogramm aufmerksam gemacht. Der Europäische Fonds für strategische Investitionen (EFSI) ist das Kernstück der Investitionsoffensive für Europa, die Investitionen in innovative Gesundheitslösungen, neue effektive Arzneimittel und soziale Infrastrukturen fördern soll. Damit soll die herausragende Bedeutung der Gesundheitswirtschaft unterstrichen werden. Die rund 350 Millionen Euro des EFSI können mit weiteren rund 9 Milliarden Euro Fördermittel, beispielsweise dem Europäischen Strukturfonds kombiniert und beispielsweise für den Krankenhausbau verwendet werden.

Projektträger im Gesundheitsbereich aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor können von den im Rahmen der Investitionsoffensive gebotenen Chancen profitieren, indem sie Finanzmittel aus dem Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (EFSI) erhalten, potenzielle Investoren weltweit erreichen, indem sie ein Projekt auf dem Europäischen Portal für Investitionsvorhaben (EIPP) registrieren und die Beratungsdienste der Europäischen Plattform für Investitionsberatung (EIAH) nutzen.

Hinweise zu den Fördermöglichkeiten finden Sie hier.

http://ec.europa.eu/health/investment_plan/docs/2016_funds_healthsector_de.pdf

EU gibt Übersicht zu e-health-Initiativen heraus

Die Europäische Kommission hat mit einer Broschüre die zahlreichen Maßnahmen im Bereich e-health übersichtsartig zusammengefasst und verdeutlicht die Interdependenzen der Aktionen. Mit der Stärkung von e-health-Anwendungen und von Telemedizin möchte die Kommission die mitgliedstaatlichen Gesundheitssysteme bei der Bewältigung der Herausforderung der alternden Gesellschaft oder der neuen Rolle des Patienten in der patientenzentrierten Versorgung unterstützen.

In mehreren, gleichzeitig durchgeführten Strategien, beispielsweise „Digitale Binnenmarkt“ oder „e-health-Strategie“ sollen m-health oder e-health-Dienste standardisiert, telematische Innovationen entwickelt und die Interoperabilität der ITK-Systeme der mitgliedstaatlichen Gesundheitssysteme verbessert werden. Zentrale Mechanismen zur Durchführung seien das e-health-Netzwerk, ein Gremium von Vertretern der EU-Mitgliedstaaten, sowie JAsEHN – eine hierzu eingesetzte gemeinsame Aktion von EU-Mitgliedstaaten und Stakeholder-Organisationen.

Die Broschüre mit weiterführenden Verlinkungen steht zum Herunterladen hier bereit.

http://ec.europa.eu/health/ehealth/docs/2016_ehealthleaflet_vertical_en.pdf

EU veröffentlicht Qualitätsleitlinien zur Brustkrebsversorgung

Die Brustkrebsinitiative der Europäischen Kommission hat über den Stand der Entwicklung von Qualitätsleitlinien zur Brustkrebsversorgung in der EU informiert. Die Initiative wurde im Jahr 2012 eingesetzt und vom wissenschaftlichen Dienst und der Generaldirektion Gesundheit der Europäischen Kommission durchgeführt. Sie dient dem Ziel, EU-Bürgern Zugang zu größtmöglicher, evidenzbasierter Qualität zu verschaffen.

Um das Ziel zu erreichen werden von Experten zahlreiche Dokumente entwickelt: beispielsweise für ein Qualitätssicherungssystem für den gesamten Versorgungs-prozess vom screening über Diagnose, Behandlung, Rehabilitation bis hin zur Palliativversorgung oder evidenzbasierte Empfehlungen für das screening selbst sowie für die Diagnose. Daneben wird eine Plattform errichtet, in der Leitlinien gesammelt werden.

Eine Website der Initiative mit weiterführender Information finden Sie bei diesem Link: http://ecibc.jrc.ec.europa.eu/home

G 7 – Gesundheitsminister treffen sich im japanischen Kobe

Die japanische Regierung hat zurzeit den Vorsitz in der G 7 – Runde. Auf Einladung des dortigen Gesundheitsministers Yasuhisa Shiozaki kamen die Amtskollegen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, dem Vereinigten Königreich sowie aus den Vereinigten Staaten in Kobe zusammen. Kern der Diskussionen, an denen auch Vertreter internationaler Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation oder der Weltbank teilnahmen, ist der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen. Damit knüpft Japan an die Arbeit der Vorgängerpräsidentschaft Deutschland an, im Rahmen derer bereits Maßnahmen zur Bekämpfung von Resistenzen durch verbesserte Koordinierung der Gesundheitspolitik beispielsweise mit der Agrarpolitik erreicht werden soll.

Weiterer Schwerpunkt der Gespräche waren die Herausforderungen des demographischen Wandels für die Gesundheitsversorgung. Die Repräsentanten der G 7 – Staaten verständigten sich auf die gemeinsame Absicht, sich für eine bessere Versorgung der alternden Bevölkerung, auch und insbesondere in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern einzusetzen. Der japanische Gesundheitsminister Shiozaki hatte sich bei seiner Deutschland-Reise 2015 bereits mit DKG-Präsident Thomas Reumann intensiv zu diesem Thema persönlich ausgetauscht.

Eine Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums finden Sie hier.

http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Pressemitteilungen/2016/2016_3/160913_39_PM_G7_Gesundheitsministertreffen_in_Kobe.pdf 

Das gemeinsame Communiqué der der G 7 – Minister können Sie hier nachlesen.

http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/G/G7/G7_Communique_Kobe-Japan.pdf

Exportinitiative „Gesundheitswirtschaft“ mit neuem Team

Die „Exportinitiative Gesundheitswirtschaft“ der Bundesregierung hat zur Jahreshauptversammlung im Juli 2016 das neue Team vorgestellt. Unter der Leitung von Frau Marion Lükemann engagieren sich nun vier Mitarbeiter der GTAI – Germany Trade and Invest für die Stärkung des Gesundheitswirtschaftsstandorts Deutschland im Ausland. Fachlich zuständig ist das Bundeswirtschaftsministerium mit Herrn Dr. Harald Kuhne, Abteilungsleiter Z und Herr Jochen Puth-Weißenfels als Referatsleiter „Gesundheitswirtschaft“. Das BMWI unterstützt die Initiativen der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft mit jährlich einer Million Euro.

Während der Hauptversammlung diskutierten die Teilnehmer einen von der BAFA – Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erstellten Evaluationsbericht der bisherigen Arbeit der Exportinitiative sowie die Eckpunkte der kommenden Jahresplanung.

Eine Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums zur Jahreshauptversammlung können Sie bei diesem Link nachvollziehen.

http://www.exportinitiative-gesundheitswirtschaft.de/EIG/Redaktion/DE/Kurzmeldungen/News/2016/2016-07-21-jahresversammlung.html

Einen Hinweis zu dem neuen Team der Exportinitiative finden Sie hier.

http://www.exportinitiative-gesundheitswirtschaft.de/EIG/Redaktion/DE/Kurzmeldungen/News/2016/2016-08-11-team-exgewi.html

Erster Einsatz für „European Medical Corps“ läuft in Kongo

Experten des Bernhard-Nocht-Instituts sowie des Robert-Koch-Instituts unterstützen zurzeit die Demokratische Republik Kongo beim Kampf gegen Gelbfieber. Der Einsatz der so genannten Weißhelme geht zurück auf eine Initiative der Bundesregierung nach der Ebola-Krise und ermöglicht den Einsatz von Netzwerken von medizinischen Experten, das bei Epidemien weltweit schnell und effektiv helfen kann. Verschiedene Mitgliedstaaten der EU beteiligen sich am European Medical Corps.

Eine Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums ist bei diesem Link einsehbar.

http://www.bmg.bund.de/ministerium/meldungen/2016/european-medical-corps.html

HOPE-Austauschprogramm 2017: die Bewerbungsfrist läuft!!

Das vom europäischen Krankenhausverband HOPE – European Hospital and Healthcare Federation seit annähernd 40 Jahren organisierte Angebot richtet sich an Führungskräfte aller Bereiche und Berufsgruppen im Krankenhaus und ermöglicht jährlich rund 150 Teilnehmern, die Vorteile grenzüberschreitenden Wissens- und Erfahrungsaustauschs im eigenen Krankenhaus nutzbar zu machen.

Das kommende Programm findet statt in der Zeit vom 15. Mai bis 11. Juni 2017 statt. Die Abschlusskonferenz am 12./13. Juni wird sich dem Thema „Organisational innovation in hospitals and healthcare” widmen.

Konkrete Information zum Ablauf und zum Bewerbungsverfahren sowie einen Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin am diesjährigen Programm entnehmen Sie bitte diesem Link . http://www.hope.be/programme-2017/ .

Bewerbungen müssen bis zum 31. Oktober 2016 bei Herrn Peer Köpf (p.koepf@dkgev.de) bei der DKG eingereicht werden.

IHF lädt zum Weltkrankenhauskongress nach Durban

Der internationale Krankenhausverband IHF – International Hospital Federation lädt zur 40. Edition des „Weltkrankenhauskongresses“ für die Zeit vom 1 bis 3. November dieses Jahres nach Durban, Südafrika ein. Der Kongress, zu dem die IHF erstmalig in ihrer Geschichte auf den afrikanischen Kontinent einlädt, widmet sich dem Thema „Adressing the Challenge of Patient-centered Care and Safety“.

Ausführliche Information zum Kongress finden Sie hier.

http://www.worldhospitalcongress.org/en/