Auch für den Bereich der Gesundheitspolitik sind Folgen durch den Brexit nicht ausgeschlossen. So verliert Deutschland einen verlässlichen (Koalitions-)Partner bei den Beratungen im Rat, in denen das Vereinigte Königreich sich oft an die Seite Deutschlands gestellt hatte. Zu klären ist auch die Frage, wo die bisher in London ansässige Europäische Arzneimittelagentur ihren neuen Sitz nehmen wird. Neben Bonn haben sich bereits Mailand und Rom in Position gebracht. Es wird auch zu klären sein, ob die zigtausend Gesundheitsfachkräfte aus dem EU-Ausland weiter in Großbritannien arbeiten können oder ob sie zurück in die EU-Mitgliedstaaten kommen müssen.

Währenddessen scheint die EU-Ebene das Thema E-Health für sich entdeckt zu haben, hat sich personell für das neue Megathema verstärkt und bereits erste Initiativen, beispielsweise zu e-prescription, zur elektronischen Patientenakte oder zur Regulierung des m-healt-apps-Marktes angekündigt. Sowohl bei der Gematik als auch bei der e-health-Initiative des Bundesgesundheitsministeriums sind konsequenterweise im Juni EU-Arbeitsgruppen eingerichtet worden, um Deutschland bei den anstehenden Diskussionen in Brüssel einen starken Auftritt zu ermöglichen.

Bei all diesen übergeordneten Linien gab es auch Entwicklungen mit Relevanz für deutsche Krankenhäuser.

Status der Gesundheitssysteme kommt auf den Prüfstand

EU-Gesundheitsminister Vytenis Andiukaitis hat den Mitgliedstaaten-Vertretern angekündigt, die Performance ihrer Gesundheitssysteme ab November dieses Jahres auf den Prüfstand zu stellen. Dazu sollen bis November 2017 länderspezifische Berichte angefertigt und Verbesserungsmaßnahmen mit den einzelnen Mitgliedstaaten diskutiert werden.

Eine Erläuterung des Fahrplans der EU-Kommission für diese Diskussionsrunde finden Sie hier.

Europäische Vergleichsstudie zur Qualität der Gesundheitsversorgung

Im Auftrag der Europäischen Kommission wurde eine Studie zum internationalen Vergleich von „Qualitätssicherungsmaßnahmen in den EU-Mitgliedstaaten“ aufgelegt und den EU-Gesundheitsministern vorgestellt. Der umfassende Bericht enthält Darstellung und Analyse der einzelstaatlichen Maßnahmen. Für die kommenden Diskussionen über Qualität in Deutschland bietet das Dokument interessante Vergleiche

Die Studie können Sie bei diesem Link nachvollziehen.

EU-Gesundheitsminister beraten in Luxemburg zu AMR

Die Gesundheitsminister der EU haben sich (wie in den Monaten April, Juni und Oktober eines Jahres üblich) in Luxemburg getroffen und Ratsschlussfolgerungen zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen verabschiedet. Kern des Beschlusses ist die Einrichtung einer „Ein-Gesundheits-Konferenz“.

Das "Eine-Gesundheit-Netz" der EU wird keine neue Verwaltungsstruktur bilden, sondern über gemeinsame Sitzungen bestehender Gruppen oder Einrichtungen im Gesundheits-, Ernährungs- und Veterinärbereich, etwa der Arbeitsgruppe zu Antibiotikaresistenz und des Gesundheitssicherheitsausschusses, funktionieren. Unter anderem sollen Maßnahmen zur Verbesserung der Verschreibungspraxis und der umsichtigen Verwendung antimikrobieller Mittel ergriffen werden.

Die Schlussfolgerungen des Rats zu AMR sind bei diesem Link einsehbar.

DKG mit neuem Englisch-Auftritt

Die DKG hat das Informationsangebot über den Verband und das deutsche Krankenhauswesen für das internationale Publikum komplett überarbeitet. Neben der Erläuterung der Verbandsstruktur und –aufgaben wird über den Krankenhausmarkt sowie über Qualitätssicherung und Finanzierung der Krankenhausversorgung informiert.

Das englischsprachige Informationsmaterial ist auf der Website der DKG eingestellt und steht auch als Broschüre zum Herunterladen bereit.

Die englischsprachige Website finden Sie hier.

HOPE-Austauschprogramm 2017: die Bewerbungsfrist läuft!!

Das vom europäischen Krankenhausverband HOPE – European Hospital and Healthcare Federation seit annähernd 40 Jahren organisierte Angebot richtet sich an Führungskräfte aller Bereiche und Berufsgruppen im Krankenhaus und ermöglicht jährlich rund 150 Teilnehmern, die Vorteile grenzüberschreitenden Wissens- und Erfahrungsaustauschs im eigenen Krankenhaus nutzbar zu machen.

Das kommende Programm findet in der Zeit vom 15. Mai bis 11. Juni 2017 statt. Die Abschlusskonferenz am 12./13. Juni wird sich dem Thema „Organisational innovation in hospitals and healthcare” widmen.

Konkrete Information zum Ablauf und zum Bewerbungsverfahren sowie einen Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin am diesjährigen Programm entnehmen Sie bitte diesem Link.

Bewerbungen müssen bis zum 31. Oktober 2016 bei Herrn Peer Köpf (p.koepf@dkgev.de) bei der DKG eingereicht werden.

IHF lädt zum Weltkrankenhauskongress nach Durban

Der internationale Krankenhausverband IHF – International Hospital Federation lädt zur 40. Edition des „Weltkrankenhauskongresses“ für die Zeit vom 1. bis 3. November dieses Jahres nach Durban, Südafrika ein. Der Kongress, zu dem die IHF erstmalig in ihrer Geschichte auf den afrikanischen Kontinent einlädt, widmet sich dem Thema „Adressing the Challenge of Patient-centered Care and Safety“.

Ausführliche Information zum Kongress finden Sie hier.