Für die Interpretation der Daten ist darauf hinzuweisen, dass die Angaben auf den jeweiligen, öffentlich zugänglichen, jährlichen Haushaltsansätzen der Länder (ohne Verpflichtungsermächtigungen für die Folgejahre) basieren und bei kreditfinanzierter Förderung nur die Annuitäten - nicht aber der gesamte Gesamtförderbetrag - enthalten sind. Nicht berücksichtigt wurden in der Umfrage die Investitionsmittel der Hochschulkliniken, die Investitionsmittel der Vertragskrankenhäuser, die Eigenmittel der Plankrankenhäuser sowie die Mittel zur Restfinanzierung noch nicht ausfinanzierter Maßnahmen.

Gesamtentwicklung
Im Jahr 2008 stellten die Bundesländer demnach insgesamt 2,69 Mrd. EUR zur Investitionsförderung nach § 9 KHG bereit (vgl. Tabelle 1), Anlage 1. Unter Zugrundelegung des Verbraucherpreisindex entspricht dies einem realen Rückgang der Investitionsfördermittel gegenüber dem Vorjahr in Höhe von -1,75% (alte Bundesländer (ABL): +1,88%, neue Bundesländer (NBL): -14,82%). Im Vergleich zum Jahr 1998 beträgt der reale Rückgang der KHG-Fördermittel -34,48% (ABL:
-24,90%, NBL: -57,72%).

Siehe Tabelle 1: KHG-Fördermittel gesamt in Anlage 1.

Der Anteil der KHG-Fördermittel am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist seit dem Jahr 1991 von 0,24% auf 0,11% im Jahr 2008 gesunken. Innerhalb des betrachteten Zeitraumes ging der Anteil am BIP somit um mehr als die Hälfte zurück. Abbildung 1 stellt die Entwicklung der KHG-Fördermittel und des Bruttoinlandsproduktes gegenüber und veranschaulicht die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen den KHG-Fördermitteln und dem BIP.

Siehe Abbildung 1: Vergleich der Entwicklungen des KHG-Fördermittelvolumens und des BIP in Anlage 1.

Einzel- und Pauschalförderung
Der Gesamtförderbetrag setzt sich aus der Förderung nach § 9 Abs. 1 und 2 KHG (Einzelförderung) und der Förderung nach § 9 Abs. 3 KHG (Pauschalförderung) zusammen. Die Einzelförderung belief sich im Jahr 2008 auf rund 1,58 Mrd. EUR (vgl. Tabelle 2). Gegenüber dem Vorjahr sank das Volumen der Einzelförderung somit um real -2,80% (ABL: +3,48%, NBL: -18,84%). Gegenüber dem Jahr 1998 belief sich der reale Rückgang der Einzelförderung auf -42,02% (ABL: -29,03% NBL: -63,66%).

Das Gesamtvolumen der Pauschalförderung betrug im Jahr 2008 1,11 Mrd. EUR (vgl. Tabelle 3). Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem realen Rückgang in Höhe von -0,20% (ABL: - 0,02%, NBL: - 1,44%). Seit dem Jahr 1998 ist das Volumen der Pauschalförderung um real -19,62% (ABL: -19,06%, NBL: -23,42%) gesunken.

Siehe Tabelle 2: Einzelförderung in Anlage 1.

Siehe Tabelle 3: Pauschalförderung in Anlage 1.

Vergleich der Bundesländer
Vom gesamten KHG-Fördermittelvolumen des Jahres 2008 entfielen rund 2,18 Mrd. EUR auf die Alten Bundesländer (ABL, einschließlich Berlin) und rund 0,51 Mrd. EUR auf die Neuen Bundesländer (NBL). Je Bett wurden damit in den ABL im Durch¬schnitt 5.856 EUR und in den NBL 6.733 EUR an KHG-Fördermitteln von den Bundesländern bereitgestellt (Bundesdurchschnitt: 6.004 EUR). Einen Überblick über die KHG-Mittel je Bett in den einzelnen Bundesländern gibt Abbildung 2.

Siehe Abbildung 2: KHG-Mittel1 2008 je Bett2, in Euro in Anlage 1.

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man die Verteilung der KHG-Fördermittel über einen längeren Zeitraum betrachtet. So entfielen von den zwischen den Jahren 1991 und 2008 insgesamt bereitgestellten KHG-Fördermitteln in Höhe von 59,32 Mrd. EUR rund 43,20 Mrd. EUR auf die ABL und rund 16,12 Mrd. EUR auf die NBL. Je KHG-Bett wurden damit seit dem Jahr 1991 in den ABL rund 132.648 EUR und in den NBL 214.714 EUR an KHG-Fördermitteln zur Verfügung gestellt (vgl. Abbildung 3).

Siehe Abbildung 3: Summe der KHG-Mittel1 im Zeitraum von 1991 bis 2008 je Bett2, in Euro in Anlage 1.

Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern lassen sich jedoch nicht nur für die Höhe der KHG-Fördermittel, sondern auch für deren Verteilung auf Pauschal- und die Einzelförderung ausmachen. Denn während der Anteil der Pauschalförderung im Jahr 2008 im Bundesdurchschnitt rund 41% betrug, belief er sich in den ABL auf etwa 45% und in den NBL auf rund 27% (vgl. Abbildung 4).

Siehe Abbildung 4: Verteilung der KHG-Fördermittel auf Pauschal- und Einzelförderung im Jahr 2008 in Anlage 1.

Die zwischen den Bundesländern zu beobachtenden Unterschiede in der Verteilung der KHG-Fördermittel auf Pauschal- und Einzelförderung wirken sich auch auf die absoluten Beträge der Pauschalförderung aus. So wurden im Jahr 2008 in den ABL durchschnittlich 2.616 EUR, in den NBL aber nur 1.801 EUR an Pauschalfördermitteln je KHG-Bett bereitgestellt (Bundesdurchschnitt: 2.479 EUR).

Als Bemessungsgrundlage der Pauschalförderung hat die Anzahl der Betten in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung verloren. Abbildung 5 weist deshalb ergänzend die Pauschalfördermittelbeträge je stationären Behandlungsfall und je Einwohner aus. Auch bei Zugrundelegung dieser Bezugsgrößen zeigt sich, dass die Pauschalförderung in den NBL mit durchschnittlich 45,70 EUR je Fall bzw. 10,29 EUR je Einwohner deutlich niedriger ausfiel als in den ABL, in denen im Durchschnitt 68,47 EUR je Fall bzw. 14,09 EUR je Einwohner bereitgestellt wurden.

Siehe Abbildung 5: Pauschalfördermittel im Jahr 2008 je KHG-Bett*, je Fall** und je Einwohner*** in Anlage 1.

Weitere Daten können den Tabellen in der Anlage 2 entnommen werden.

Wir geben Ihnen diese Auswertungen und Übersichten zur Kenntnisnahme und Information. Die Aktualisierung der „DKG-Bestandsaufnahme zur Krankenhausplanung und Investitionsförderung in den Bundesländern“ wird voraussichtlich im Juni 2009 erfolgen.