Am 10. März 2017 wurde der Katalog der Investitionsbewertungsrelationen 2017 durch das InEK präsentiert. Es ist der vierte Katalog nach der erstmaligen Veröffentlichung im Jahre 2014. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Vorgehensweise bei der Datenzusammenstellung in den Krankenhäusern, Datenprüfung und Erstellung der Kalkulationsbasis im InEK, der Berechnung der Bezugsgröße und der Bewertung der Zusatzentgelte unverändert. Insgesamt haben 45 Krankenhäuser erfolgreich an der Kalkulation der Investitionsbewertungsrelationen teilgenommen.

Wie in den Vorjahren ergeben sich die effektiven Investitionsbewertungsrelationen individuell für jeden einzelnen vollstationären Fall durch Addition der Bewertungsrelation/Fall (Spalte 5) mit der n-maligen (n = Anzahl Verweildauertage) Bewertungsrelation/Tag (Spalte 6). Bei unbewerteten vollstationären Leistungen der Anlage 3a des Fallpauschalenkataloges sind die Bewertungsrelationen unverändert sowohl je Fall als auch je Berechnungstag ausgewiesen. Teilstationäre Leistungen werden im Katalog der Investitionsbewertungsrelationen, unabhängig davon, ob sie bundesweit bewertet oder nicht bewertet werden konnten, mit einer Bewertungsrelation je Tag abgebildet. Sofern für die Leistungserbringung eine spezifische Anlagen-ausstattung notwendig ist, wurden vom InEK ebenfalls die Leistungen der Zusatzentgelte in die Kalkulation mit einbezogen. Die Vorgehensweise erfolgte dabei analog zur Berechnung der voll- bzw. teilstationären Entgelte.

Neben dem Katalog der Investitionsbewertungsrelationen hat das InEK die Bezugsgröße für das Jahr 2017 veröffentlicht. Diese spiegelt die mittleren Investitionskosten je Fall wider und gibt somit einen Anhaltspunkt dafür, wieviel Investitionsmittel für ein Haus, ein Bundesland oder insgesamt in Deutschland nötig wären, um den jährlichen Investitionsbedarf zu decken. Die vom InEK veröffentlichte Bezugsgröße 2017 als mittlere Investitionskosten je Fall beträgt: 322,93 € (2016: 318,78 €). Berechnet werden diese mittleren Investitionskosten je Entgelt auf Basis der Fallmenge, die für die Berechnung der DRG-Fallpauschalen verwendet wurde. Enthalten sind somit vollstationäre Fälle in Haupt- und Belegabteilungen sowie Fälle der unbewerteten DRGs der Anlage 3a. Nicht enthalten sind teilstationäre Fälle, rein vorstationäre Fälle und Begleitpersonen. Auf Basis dieser Fallmengendefinition konnte für das Jahr 2017 ohne Einbeziehung der Fallzahlsteigerung und Veränderung des Baupreisindex ein bestandserhaltender Investitionsbedarf von über 6 Mrd. € (ohne Uni mit BPflV) ermittelt werden. Die Förderung der Universitätskliniken ergibt sich aus den landesrechtlichen Vorschriften für den Hochschulbau. Noch nicht berücksichtigt ist hierbei der jährliche Investitionsbedarf für Ausbildungsstätten sowie Forschung und Lehre.

Umsetzung der Investitionsbewertungsrelationen

Der GKV-SV, der PKV und die DKG haben sich auf den Katalog der Investitionsbewertungsrelationen in einer gemeinsamen Vereinbarung für 2017 geeinigt (Anlage). Das Unterschriftenverfahren wird von Seiten der DKG eingeleitet. Der Katalog der Investitionsbewertungsrelationen für das Jahr 2017 wurde auf der Homepage des DRG-Instituts (www.g-drg.de) veröffentlicht. Als erstes Bundesland hat Berlin die Investitionsbewertungsrelationen in 2015 eingeführt und mit dem Ersten Gesetz zur Änderung des Landeskrankenhausgesetzes die Investitionskostenförderung zum 1. Juli 2015 weitgehend pauschaliert. Als zweites Bundesland nutzt Hessen die Investitionsbewertungsrelationen seit 2016. Auch in Niedersachsen, Bremen und Brandenburg werden die Investitionsbewertungsrelationen derzeit als eine Möglichkeit bei der Umstellung der Investitionsfinanzierung diskutiert.

Teilnahme an der Kalkulation

Die Beteiligung der Krankenhäuser mit erfolgreicher Datenlieferung an den bisherigen Kalkulationsrunden ist mit 45 Häusern bei der Kalkulation für das Jahr 2017 weiterhin als eher niedrig einzuschätzen. Zur Erhöhung der Aussagekraft der für das Jahr 2018 zu berechnenden Investitionsbewertungsrelationen wird die Hinzugewinnung weiterer Kalkulationsteilnehmer als notwendig angesehen. Zudem wird weiterhin eine Verbreiterung der Datenbasis angestrebt, um zukünftig eine Kalkulation leistungsorientierter Investitionspauschalen für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen nach § 17d Abs. 1 Satz 1 KHG sowie eine separate Analyse der Investitionskosten für den Bereich der Universitätskliniken sicherzustellen. Darüber hinaus bietet eine breitere Datenbasis eine tragfähigere Grundlage für die Anwendung der Investitionsbewertungsrelationen durch die Länder.

Interessierten Einrichtungen steht auf der Homepage des InEK (www.g-drg.de) das Kalkulationshandbuch zur Verfügung. Bei Interesse kann zudem beim InEK ein Informationspaket mit den wichtigsten Inhalten und Fragestellungen zur Investitionskostenkalkulation per E-Mail (oekonomie@inek-drg.de) angefordert werden.

Für eine erfolgreiche Teilnahme an der Kalkulation ist in Abhängigkeit von Umfang und Qualität der übermittelten Datensätze eine pauschalierte Vergütung vorgesehen. Nähere Details zur Vergütung sind in der „Vereinbarung über die Teilnahme an der Kalkulation von Investitionskosten in Krankenhäusern für Zwecke gem. § 10 KHG“ unter § 7 enthalten. Die Vereinbarung kann ebenfalls auf der Homepage des InEK heruntergeladen werden. Die Datenlieferung der teilnehmenden Krankenhäuser kann im Jahr 2017 von Mitte Juli bis zum 15. September 2017 erfolgen.

Aufgrund der Vorgaben des KHSG zur Erhöhung der Repräsentativität in der Kalkulationsstichprobe erarbeitet das InEK derzeit ein Konzept zur Umsetzung des Auftrags in § 10 Abs. 2 Satz 1 KHG. Die Selbstverwaltungspartner haben die Hoffnung, dass durch eine breite Beteiligung der Krankenhäuser eine verpflichtende Beteiligung von Krankenhäusern analog der Ziehung der Kalkulationsteilnehmer in der Somatik verhindert werden kann.