Am 7. März 2016 wurde der Katalog der Investitionsbewertungsrelationen 2016 durch das InEK präsentiert. Es ist der dritte Katalog nach der erstmaligen Veröffentlichung im Jahre 2014. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Vorgehensweise bei der Datenzusammenstellung in den Krankenhäusern, Datenprüfung und Erstellung der Kalkulationsbasis im InEK, der Berechnung der Bezugsgröße und der Bewertung der Zusatzentgelte unverändert. Insgesamt haben 43 Krankenhäuser erfolgreich an der Kalkulation der Investitionsbewertungsrelationen teilgenommen.

In der „Vereinbarung bundeseinheitlicher Investitionsbewertungsrelationen gemäß § 10 Abs. 2 KHG“ 2015, hatten sich die Vertragsparteien auf Bundesebene darauf geeinigt, dass das InEK neben dem Katalog in der Systematik des Jahres 2015 (Katalog A) auch einen alternativen Katalog vorlegt, der sich an der Systematik (Spaltenaufbau) des DRG-Kataloges orientiert (Katalog B). Ein Vorteil der Katalogvariante B gegenüber Katalogvariante A wurde von der DKG, dem GKV-SV und dem InEK nicht gesehen. Die zentralen Kritikpunkte lagen bei einer aufwändigeren Anwendung, da fallindividuelle Abrechnungsinformationen benötigt werden, um die effektiven Investitionsbewertungsrelationen zu ermitteln. Zudem hätte die Katalogvariante B zu einer Schlechterstellung von Häusern mit einem tendenziell höheren Anteil an Langliegern geführt.

Die Vertragsparteien auf Bundesebene haben sich aus diesem Grund auf die Katalogvariante A geeinigt, die der Darstellung des Kataloges 2015 entspricht. Die effektiven Investitionsbewertungsrelationen ergeben sich somit wie im Vorjahr individuell für jeden einzelnen vollstationären Fall durch Addition der Bewertungsrelation/Fall (Spalte 5) mit der n-maligen (n = Anzahl Verweildauertage) Bewertungsrelation/Tag (Spalte 6). Bei unbewerteten vollstationären Leistungen der Anlage 3a des Fallpauschalenkataloges sind die Bewertungsrelationen unverändert sowohl je Fall als auch je Berechnungstag ausgewiesen. Teilstationäre Leistungen werden im Katalog der Investitionsbewertungsrelationen, unabhängig davon, ob sie bundesweit bewertet oder nicht bewertet werden konnten, mit einer Bewertungsrelation je Tag abgebildet. Sofern für die Leistungserbringung eine spezifische Anlagenausstattung notwendig ist, wurden vom InEK ebenfalls die Leistungen der Zusatzentgelte in die Kalkulation mit einbezogen. Die Vorgehensweise erfolgte dabei analog zur Berechnung der voll- bzw. teilstationären Entgelte.

Neben dem Katalog der Investitionsbewertungsrelationen hat das InEK die Bezugsgröße für das Jahr 2016 veröffentlicht. Diese spiegelt die mittleren Investitionskosten je Fall wider und gibt somit einen Anhaltspunkt dafür, wieviel Investitionsmittel für ein Haus, ein Bundesland oder insgesamt in Deutschland nötig wären, um den jährlichen Investitionsbedarf zu decken. Die vom InEK veröffentlichte Bezugsgröße 2016 als mittlere Investitionskosten je Fall beträgt: 318,78 € (2015: 313,07 €). Berechnet werden diese mittleren Investitionskosten je Entgelt auf Basis der Fallmenge, die für die Berechnung der DRG-Fallpauschalen verwendet wurde. Enthalten sind somit vollstationäre Fälle in Haupt- und Belegabteilungen sowie Fälle der unbewerteten DRGs der Anlage 3a. Nicht enthalten sind teilstationäre Fälle, rein vorstationäre Fälle und Begleitpersonen. Auf Basis dieser Fallmengendefinition konnte für das Jahr 2016 unter Einbeziehung der Fallzahlsteigerung und Veränderung des Baupreisindex ein bestandserhaltender Investitionsbedarf von rund 6 Mrd. € ermittelt werden. Hierin einbezogen sind alle DRG-Fälle sowie der BPflV-Bereich (jeweils ohne Universitätskliniken). Die Förderung der Universitätskliniken ergibt sich aus den landesrechtlichen Vorschriften für den Hochschulbau. Noch nicht berücksichtigt ist hierbei der jährliche Investitionsbedarf für Ausbildungsstätten sowie Forschung und Lehre.

Umsetzung der Investitionsbewertungsrelationen

Der GKV-SV, der PKV und die DKG haben sich auf den Katalog der Investitionsbewertungsrelationen in einer gemeinsamen Vereinbarung für 2016 geeinigt. Das Unterschriftenverfahren wird von Seiten der DKG eingeleitet. Der Katalog der Investitionsbewertungsrelationen für das Jahr 2016 wurde auf der Homepage des DRG-Instituts (www.g-drg.de) veröffentlicht. Als erstes Bundesland hat Berlin die Investitionsbewertungsrelationen in 2015 eingeführt und mit dem Ersten Gesetz zur Änderung des Landeskrankenhausgesetzes die Investitionskostenförderung zum 1. Juli 2015 weitgehend pauschaliert.