Am 3. Februar 2015 wurde der Katalog der Investitionsbewertungsrelationen 2015 durch das InEK präsentiert. Es ist der zweite Katalog nach der erstmaligen Veröffentlichung im Jahre 2014. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Vorgehensweise bei der Datenzusammenstellung in den Krankenhäusern, Datenprüfung und Erstellung der Kalkulationsbasis im InEK, der Berechnung der Bezugsgröße und der Bewertung der Zusatzentgelte unverändert. Insgesamt haben 44 Krankenhäuser erfolgreich an der Kalkulation der Investitionsbewertungsrelationen teilgenommen. Bei der Erstkalkulation im Jahre 2014 waren es 39 Krankenhäuser.

Die zentrale Weiterentwicklung des Kataloges im Vergleich zum Vorjahr besteht in der Einführung einer verweildauerbezogenen Komponente. Anders als im Katalog 2014 sind 2015 nun für alle bewerteten vollstationären Leistungen Investitionsbewertungsrelationen sowohl je Fall als auch je Berechnungstag ausgewiesen. Die effektive Bewertungsrelation ist individuell für jeden einzelnen vollstationären Fall durch Addition der Bewertungsrelation/Fall (Spalte 5) mit der n-maligen (n = Anzahl Verweildauertage) Bewertungsrelation/Tag (Spalte 6) zu ermitteln. Bei unbewerteten vollstationären Leistungen der Anlage 3a des Fallpauschalenkataloges sind die Bewertungsrelationen unverändert sowohl je Fall als auch je Berechnungstag ausgewiesen. Teilstationäre Leistungen werden im Katalog der Investitionsbewertungsrelationen, unabhängig davon, ob sie bundesweit bewertet oder nicht bewertet werden konnten, mit einer Bewertungsrelation je Tag abgebildet. Sofern für die Leistungserbringung eine spezifische Anlagenausstattung notwendig ist, wurden vom InEK ebenfalls die Leistungen der Zusatzentgelte in die Kalkulation mit einbezogen. Die Vorgehensweise erfolgte dabei analog zur Berechnung der voll- bzw. teilstationären Entgelte.

Neben dem Katalog der Investitionsbewertungsrelationen hat das InEK die Bezugsgröße für das Jahr 2015 veröffentlicht. Diese spiegelt die mittleren Investitionskosten je Fall wieder und gibt somit einen Anhaltspunkt dafür, wieviel Investitionsmittel für ein Haus, ein Bundesland oder insgesamt in Deutschland nötig wären, um den jährlichen Investitionsbedarf zu decken. Die vom InEK veröffentlichte Bezugsgröße 2015 als mittlere Investitionskosten je Fall beträgt: 313,07 € (2014: 286,06 €). Damit ist die Bezugsgröße um 9,4 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Ursache liegt in teilweise deutlich erhöhten Kostensätzen einzelner Module mit besonders hohem Leistungsvolumen (z. B. Gebäude Normalstation). Berechnet werden diese mittleren Investitionskosten je Entgelt auf Basis der Fallmenge, die für die Berechnung der DRG-Fallpauschalen verwendet wurde. Enthalten sind somit vollstationäre Fälle in Haupt- und Belegabteilungen sowie Fälle der unbewerteten DRGs der Anlage 3a. Nicht enthalten sind teilstationäre Fälle, rein vorstationäre Fälle und Begleitpersonen. Legt man diese Fallmengendefinition für die § 21-Daten des Jahres 2013 zugrunde, so ergeben sich ca. 18,1 Millionen DRG-Fälle. Hierin einbezogen sind alle DRG-Fälle, auch die der Universitätskliniken. Mit der ausgewiesenen Bezugsgröße von 313,07 € wird das Mindestfördervolumen in Höhe von 6 Mrd. € erneut bestätigt. Nicht berücksichtigt ist hierbei der jährliche Investitionsbedarf für den Bereich der Bundespflegesatzverordnung, Ausbildungsstätten, Forschung und Lehre.

Umsetzung auf Selbstverwaltungsebene

Auf Ebene der Selbstverwaltung erfolgte zwischen GKV-SV, PKV und DKG der Beschluss des Kataloges der Investitionsbewertungsrelationen in einer gemeinsamen Vereinbarung in der auch die Weiterentwicklung des Kataloges für 2016 geregelt wurde. Die Selbstverwaltungspartner haben sich darauf geeinigt, dass im Zuge der Katalogentwicklung 2016 eine alternative Variante zusätzlich zum Katalogentwurf nach der bisherigen Systematik vorgelegt wird, der die verweildauerbezogenen Komponenten in der Systematik des DRG-Katalogs abbildet (Spaltenaufbau nach Grenzverweildauern). Das entsprechende Unterschriftenverfahren ist von Seiten der DKG eingeleitet. Der Katalog der Investitionsbewertungsrelationen für das Jahr 2015 wird auf der Homepage des DRG-Instituts (www.g-drg.de) veröffentlicht.