Das Statistische Bundesamt hat auf seiner Internetseite (www.destatis.de) zum Orientierungswert für Krankenhäuser eine „Kurzfassung des Konzeptes zur Werteermittlung“veröffentlicht. 

Gemäß dem Gesetz zur Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (Psych-Entgeltgesetz – PsychEntgG) ist der Orientierungswert durch das Statistische Bundesamt zum 30. September 2012 erstmalig bekannt zu geben. Im Vergleich mit der vom Bundesministerium für Gesundheit am 14. September veröffentlichten Veränderungsrate nach § 71 Abs. 3 SGB V in Höhe von 2,03 Prozent vereinbaren die Partner der Selbstverwaltung auf Bundesebene bis zum 31. Oktober einen Veränderungswert, der für das Jahr 2013 die Veränderungsrate als Obergrenze für die Erhöhung der Landesbasisfallwerte und der Budgets der unter die BPflV fallenden Krankenhäuser ablöst.

Das Statistische Bundesamt greift zur Ermittlung des Orientierungswertes auf bereits vorhandene Datengrundlagen zurück. Dazu gehört der als jährliche Vollerhebung durchgeführte „Kostennachweis der Krankenhäuser“. Er dient als Gewichtungsschema für die Verknüpfung einzelner Sachkostenindizes und der beiden Teilorientierungswerte für die Personal- und Sachkosten.


Der Orientierungswert bildet die Kostenentwicklung des 3. und 4. Quartals des Vorjahres und des 1. und 2. Quartals des laufenden Jahres im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahreszeiträumen ab. Er ist als reiner Preisindex ohne Berücksichtigung von Mengen-veränderungen konzipiert. Der Teilorientierungswert für Personalkosten basiert auf der vierteljährlichen Verdiensterhebung, die in über 40.000 Betrieben, darunter auch Kranken-häuser, durchgeführt wird. Aus den Daten – in der Statistik findet eine Untergliederung nach Voll- und Teilzeitbeschäftigten, nach Geschlecht und fünf sogenannten Leistungsgruppen statt – wird ein durchschnittlicher Bruttostundenverdienst errechnet, auf dessen Basis der Index gebildet wird. Nicht enthaltene Lohnnebenkosten werden aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung hinzugeschätzt.

Für die Berechnung des Teilorientierungswertes für Sachkosten werden Subindizes der Statistiken der Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte, Verbraucherpreise, Erzeugerpreise für Dienstleistungen und Preisindizes für die Bauwirtschaft verwendet. Die einzelnen Subindizes werden den Kostengruppen im „Kostennachweis für Krankenhäuser“ zugeordnet, der das Wägungsschema zur Gewichtung der verwendeten Preisindizes bildet.

Da Preisindizes einen reinen Preisvergleich abbilden sollen, werden Qualitätsänderungen bei den in den Warenkorb einbezogenen Produkten bereinigt. Dies bedeutet, dass ein Produkt, das bei konstantem Preis seine Qualität verbessert hat, mit einer Preisverminderung in die Berechnung eingeht. Das Statistische Bundesamt ist sich bewusst, dass dieses Verfahren für die Abbildung einer Kostenentwicklung nicht unbedingt adäquat ist. Untersuchungen hätten allerdings ergeben, dass eine Rücknahme der Qualitäts-bereinigung bei den meisten Preisindizes nur minimale Effekte ausgelöst hätten. Wegen des hohen Zusatzaufwandes wurde deshalb außer im Bereich der Informationstechnologie darauf verzichtet.