Nachdem die Ersatzvornahme zum DRG-Vergütungssystem für das Jahr 2012 vom Bundesminister für Gesundheit unterzeichnet worden ist, stehen die entsprechenden Dokumente in ihrer offiziellen Form jetzt auf der Internet-Seite des InEK (www.g-drg.de) zur Verfügung. Sie bestehen aus dem Fallpauschalenkatalog und den ergänzenden Entgelttabellen, den Definitionshandbüchern, der Migrationstabelle zur Nachvollziehung der Fallwanderung zwischen den Katalogen 2011 und 2012 in einer einfachen und in einer erweiterten, kommentierten Version, einer Übersicht über die Veränderungen in der CCL-Matrix sowie Hinweisen zur Leistungsplanung/Budgetverhandlung. Gleichzeitig werden die zwischen den Vertragsparteien auf Bundesebene vereinbarten Abrechnungsbestimmungen für das Jahr 2012 an gleicher Stelle veröffentlicht.

Die Ersatzvornahme durch das BMG war notwendig geworden, weil der GKV-Spit-zenverband eine Vereinbarung des Fallpauschalenkatalogs von dem Abschluss einer Bundesempfehlung zur Überführung der Pflegefördermittel in den Landesbasisfallwert abhängig machte. Die DKG sah für eine solche Bundesempfehlung keine Not-wendigkeit, da mit den bestehenden gesetzlichen Vorgaben des § 10 KHEntgG die Voraussetzungen für eine sachgerechte Lösung der Überführung der Pflegefördermittel in die Landesbasisfallwerte 2012 gegeben sind.

Der Fallpauschalenkatalog und die Kataloge der Zusatzentgelte sind jetzt Anlagen der Verordnung zum DRG-Entgeltkatalog für das Jahr 2012 (DRG-Entgeltkatalogverordnung 2012 – DRG-EKV 2012). Sie haben die gleiche Struktur wie in den Vorjahren:


Anlage 1    Fallpauschalen-Katalog
Teil a)        Bewertungsrelationen bei Versorgung durch Hauptabteilungen
Teil b)        Bewertungsrelationen bei Versorgung durch Belegabteilungen
Teil c)        Bewertungsrelationen bei teilstationärer Versorgung

Anlage 2    Zusatzentgelte-Katalog – Liste – (bewertete Zusatzentgelte)
Anlage 3a  Nicht mit dem Fallpauschalen-Katalog vergütete vollstationäre
                 Leistungen
Anlage 3b  Nicht mit dem Fallpauschalen-Katalog vergütete teilstationäre Leistungen
Anlage 4    Zusatzentgelte-Katalog – Liste – (unbewertete Zusatzentgelte)
Anlage 5    Zusatzentgelte-Katalog – Definition und differenzierte Beträge –
Anlage 6    Zusatzentgelte-Katalog – Definition –

Die Veränderungen in der Anzahl der DRGs und Entgelte in den einzelnen Teilen des Katalogs 2012 gegenüber dem Vorjahr zeigt die folgende Übersicht.

Gegenüber der vom InEK am 12.08.2011 zur Verfügung gestellten Entwurfsversion gibt es 2 Änderungen. Bei dem nicht bewerteten Zusatzentgelt ZE2012-27 wurde der Platzhaltertext wieder durch den Text des Vorjahres „Behandlung von Blutern mit Blutgerinnungsfaktoren“ ersetzt. Die Definitionen der 3 Zusatzentgelte für die palliativmedizinische Komplexbehandlung (ZE60.01, ZE60.02, ZE60.03) wurden um die neuen OPS-Kodes 8-98e.* für die spezialisierte stationäre palliativmedizinische Komplexbehandlung erweitert.

Die Weiterentwicklung des G-DRG-Systems konzentrierte sich im neunten Jahr der Katalogüberarbeitung auf viele Detailbereiche. Eine wichtige klassifikatorische Erweiterung betrifft die intensivmedizinische Behandlung von Kindern, für die alle über Aufwandspunkte definierten Fallgruppen für die intensivmedizinische Behandlung von Erwachsenen um die Aufwandspunkte ergänzt wurden, die für eine Eingruppierung von Kindern in diese DRGs ausschlaggebend sind. Dadurch wurde eine erhebliche Aufwertung der intensivmedizinischen Leistungen bei Kindern erreicht. Darüber hinaus wurden die im Vorjahr begonnenen Bereinigungen von Konstellationen, bei denen mögliche Kodieralternativen Einfluss auf die erlösrelevante Eingruppierung von Fällen haben und damit Streitpotential hervorrufen, fortgeführt sowie weiter an der Auflösung unspezifischer Reste-DRGs, in denen die in den anderen DRGs einer MDC nicht abgebildeten Fälle fließen, gearbeitet.

Zwei neue Zusatzentgelte wurden anhand des Pflegekomplexmaßnahmen-Scores (PKMS) gebildet, die Entgelte ZE130 für die hochaufwendige Pflege von Erwachsenen mit einer Entgelthöhe von 1.290,93 € und ZE131 für die hochaufwendige Pflege von Kleinkindern oder von Kindern und Jugendlichen mit einer Entgelthöhe von 2.805,80 €. Sie dienen neben der Erweiterung des PPR-Verteilungsschlüssels im Kalkulationshandbuch um die Kategorie A4 der Erfüllung der Vorgaben des Gesetzgebers, dass die zusätzlichen Finanzmittel für Pflegekräfte ab 2012 im DRG-System zielgerichtet den Bereichen zuzuordnen sind, die einen erhöhten Pflegeaufwand aufweisen.

Das G-DRG-System 2012 stellt wiederum einen weiteren Entwicklungsschritt zu einem sachgerechten pau¬schalierenden Vergütungssystem dar, der sich auch in einer erneuten Steigerung des statistischen Maßes R2 für die Systemgüte ausdrückt.

Der Verordnungstext steht bisher nur in seiner Version als Referentenentwurf zur Verfügung. Sobald uns das offizielle Dokument vorliegt, werden wir dieses veröffentlichen.