Nach ausführlichen Beratungen sind die Partner der Selbstverwaltung einvernehmlich zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Prüfung bzw. Kalkulation der durch die ärztliche Weiterbildung bedingten Kostenunterschiede auf der Basis der zur Verfügung stehenden Daten nicht mit der erforderlichen Qualität und nicht mit der gebotenen Verhältnismäßigkeit zu realisieren ist. Auch bestand Konsens in der Einschätzung, dass der Effekt bzw. die Steuerungswirkung von Zu- und Abschlägen im G-DRG-System die Fragen der ärztlichen Weiterbildung nicht lösen kann.

Sowohl der Handlungsbedarf als auch die Handlungsoptionen werden jedoch von den Partnern der Selbstverwaltung sehr unterschiedlich bewertet. Die Kassenseite vertritt die Auffassung, dass die Kosten der Weiterbildung mit den vorhandenen Finanzmitteln abgegolten sein und daher nur Abschläge auf die G-DRG-Vergütung für Krankenhäuser, die nicht weiterbilden, in Frage kämen. Die DKG vertritt dagegen die Position, dass die Mehrkosten der Weiterbildung nicht durch Umverteilung im bestehenden Vergütungsvolumen gedeckt werden können und pragmatische Lösungen im G-DRG-System nur über extrabudgetäre Zuschläge möglich und dringend notwendig sind. Als schnell greifendes Instrument schlägt die DKG eine ergänzende Prämie für erfolgreich abgeschlossene Facharzt-Weiterbildungen an die Krankenhäuser vor. Unabhängig davon vertritt die DKG die Auffassung, dass die Begrenzung der Gesamtproblematik auf das G-DRG-System zu kurz greift und die eigentliche Problematik eines möglichen Ärzte- und insbesondere Fachärztemangels damit nicht angegangen wird.

Aufgrund dieser konträren Positionen haben die Selbstverwaltungspartner das Bundesministerium für Gesundheit in separaten Schreiben über das Ergebnis des Prüfauftrages informiert. Das Schreiben der DKG vom 14.08.2009 an Herrn Staatssekretär Schröder ist beigefügt. Die DKG hat sich darin gegenüber dem Bundesministerium auch bereit erklärt, an ganzheitlichen Lösungen, die geeignet sind, um der drohenden Gefahr des Ärztemangels entgegenzusteuern, konstruktiv mitzuarbeiten.