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Die Veränderungen in der Anzahl der DRGs und der Entgelte in den einzelnen Teilen des Katalogs für 2018 zeigt folgende Übersicht.

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In die Kalkulation des neuen G-DRG-Katalogs gingen die Falldaten aus 248 Krankenhäusern ein. Die Datenbasis der Systementwicklung erhöhte sich somit gegenüber dem Vorjahr um 6 Krankenhäuser.

Schwerpunkte der Systementwicklung

Die im Katalog für 2017 zum ersten Mal vorgenommene veränderte Bewertung der Sachkosten und die Absenkung bzw. Abstufung von Bewertungsrelationen einzelner DRGs wurde vereinbarungsgemäß fortgesetzt, wobei der veränderte Divisor für die Sachkostenartengruppen und für die abgewerteten DRGs aus der um die 60-prozentige Differenz zum einheitlichen Basisfallwert 2017 erhöhte allgemeine Bezugsgröße des Systems gebildet wurde. Die Kostenartengruppen für die Personal- und Infrastruktur-kosten wurden um einen verminderten Korrekturwert der Bezugsgröße dividiert, damit die Eingriffe in das System im Ergebnis insgesamt erlösneutral erfolgen. Die Sachkosten wurden durchschnittlich um 6,99 % abgewertet und im Gegenzug die Personal- und Infrastrukturkosten um 1,86 % aufgewertet.

Es wurden zwei neue Zusatzentgelte zur Abbildung eines erhöhten Pflegeaufwandes bei Patienten mit einem Pflegegrad nach der sozialen Pflegeversicherung eingeführt, ein Zusatzentgelt ZE162 in Höhe von 107,14 € und ein ZE163 in Höhe von 219,56 €. Die Abrechnung eines der beiden Zusatzentgelte ist ab einem Pflegegrad von 3 und einer Verweildauer von mindestens 5 Tagen möglich und ist an die DRG, in die der Patient eingruppiert wurde, gebunden. Im Anhang 1 der Entgeltkataloge sind in zwei Tabellen die bewerteten vollstationären DRGs aufgeführt, mit denen in Zusammenhang jeweils eines der beiden Zusatzentgelte für Pflegebedürftigkeit abgerechnet werden kann.

Änderungen der Bluterentgelte

Im Rahmen der Verhandlungen zu den Abrechnungsbestimmungen haben der GKV-Spitzenverband und die DKG in der AG Bluter-Entgelte am 22.05.2017 und am 27.06.2017 über die Weiterentwicklung des intrabudgetären ZE20xx-98 ausführlich beraten. Im Ergebnis hat die AG eine Aufteilung des Zusatzentgeltes mit jeweils getrennten Schwellenwerten für sinnvoll erachtet und auf eine Dreiteilung des bestehenden Zusatzentgeltes geeinigt. Das ZE2018-139 nimmt dabei die Reste des bestehenden Zusatzentgeltes auf; das ZE2018-137 enthält den rekombinanten aktivierten Faktor VII und das ZE2018-138 Fibrinogenkonzentrat.

ZE2018-139:

-    Plasmatischer Faktor VII (OPS 8-810.7*)

-    Rekombinanter Faktor VIII (OPS 8-810.8*)

-    Plasmatischer Faktor VIII (OPS 8-810.9*)

-    Rekombinanter Faktor IX (OPS 8-810.a*)

-    Plasmatischer Faktor IX (OPS 8-810.b*)

-    FEIBA – Prothrombinkomplex mit Faktor-VIII-Bypass-Aktivität (OPS 8-810.c*)

-    Von-Willebrand-Faktor (OPS 8-810.d*)

-    Faktor XIII (OPS 8-810.e*)

-    Humanes Protein C, parenteral (OPS 8-812.9*)

ZE2018-137:

-    Rekombinanter aktivierter Faktor VII (OPS 8-810.6*)

ZE2018-138:

-    Fibrinogenkonzentrat (OPS 8-810.j*)

Die bestehenden ICD-Tabellen in Anlage 7 bleiben inhaltlich unverändert erhalten (lediglich redaktionelle Anpassung auf die neuen ZE-Kürzel). Das Addieren von Gaben verschiedener Gerinnungsfaktoren zu einem insgesamt zu vergütenden Gesamtbetrag wäre dann nur noch beim ZE2018-139 möglich. Die Schwellenwerte des ZE2018-137 und ZE2018-138 müssen jeweils separat durch die entsprechende Gabe erreicht werden.

Hintergrund für die Dreiteilung des Zusatzentgeltes war die unterschiedliche Verteilung der Gerinnungsfaktoren auf das Gesamtvolumen der abgeschätzten Kosten. Hier lagen die größten Anteile bei Faktor VII (aufgrund der hohen Kosten) und Fibrinogen (aufgrund der hohen Fallzahl). Alle anderen Präparate hatten gleichmäßig niedrige Anteile an Gesamtvolumen. Um eine sachgerechtere Abbildung zu erzielen, wurden diese beiden Präparate mit dem größten Volumen in jeweils ein Zusatzentgelt ausgegliedert. Dadurch wird eine sachgerechtere Abbildung des Leistungsgeschehens bei den Blutern erreicht, da das günstigere Fibrinogen aufgrund der niedrigeren Schwelle nun deutlich eher zur Erstattung gelangt als zuvor.

Die Arbeitsgruppe Bluter-Entgelte hat sich auf folgende Schwellenwerte geeinigt:

ZE2018-139:    6.000 €

ZE2018-137:    20.000 €

ZE2018-138:    2.500 €

Abrechnungsbestimmungen 2018

Die Abrechnungsbestimmungen nach der FPV für das Jahr 2018 weisen keine inhaltlichen Änderungen gegenüber den Abrechnungsbestimmungen des Jahres 2017 auf. Neben redaktionellen Anpassungen enthält die FPV 2018 die vom InEK vorgenommene Überleitung der nicht krankheitsbedingt behandlungsbedürftigen Neugeborenen von der P67D in die P67E. Mit der FPV 2018 werden die Neugeborenen in der P67D und die P67E nach § 1 Abs. 5 wieder als nicht krankheitsbedingt behandlungsbedürftig eingestuft und können ab dem 01.01.2018 mit dem Kostenträger der Mutter abgerechnet werden.

Eine weitere Regelung betrifft die Nr. 9 der Klarstellung der Vertragsparteien zur FPV. Bei dieser Regelung werden Fallkonstellationen adressiert, bei denen nach einer Mehrlingsgeburt eines der Kinder als krankes Neugeborenes einer stationären Behandlung bedarf und die Mutter sowie das gesunde Geschwisterkind mit aufgenommen werden. In diesen Konstellationen ist die Abrechnung der Mutter als Begleitperson geregelt und nicht strittig. Bei dieser Fallkonstellation wurde nun zusätzlich eine Klarstellung ergänzt, dass auch die Mitaufnahme des gesunden Geschwisterkindes über den Begleitpersonenzuschlag abgerechnet werden kann.