Entgeltkataloge 2017

Die Entgeltkataloge bestehen aus folgenden Teilen:

Anlage 1        Fallpauschalen-Katalog

Teil a)     Bewertungsrelationen bei Versorgung durch Hauptabteilungen
Teil b)     Bewertungsrelationen bei Versorgung durch Belegabteilungen
Teil c)     Bewertungsrelationen bei teilstationärer Versorgung
Teil d)     Bewertungsrelationen mit gezielter Absenkung in Abhängigkeit der Median-Fallzahl bei Versorgung durch Hauptabteilungen
Teil e)    Bewertungsrelationen mit gezielter Absenkung in Abhängigkeit der Median-Fallzahl bei Versorgung durch Belegabteilungen

Anlage 2        Zusatzentgelte-Katalog – Liste – (bewertete Zusatzentgelte)

Anlage 3a      Nicht mit dem Fallpauschalen-Katalog vergütete vollstationäre Leistungen

Anlage 3b      Nicht mit dem Fallpauschalen-Katalog vergütete teilstationäre Leistungen

Anlage 4        Zusatzentgelte-Katalog – Liste – (unbewertete Zusatzentgelte)

Anlage 5        Zusatzentgelte-Katalog – Definition und differenzierte Beträge –

Anlage 6        Zusatzentgelte-Katalog – Definition –

Anlage 7        Zusatzentgelte-Katalog – Blutgerinnungsstörungen

Die Veränderungen in der Anzahl der DRGs und der Ent¬gelte in den einzelnen Teilen des Katalogs für 2017 zeigt folgende Übersicht.

Unbenannt

In die Kalkulation des neuen G-DRG-Katalogs gingen die Falldaten aus 242 Krankenhäusern ein. Die Datenbasis der Systementwicklung verringerte sich somit gegenüber dem Vorjahr leicht um 2 Krankenhäuser, blieb aber weiterhin auf einem stabil hohen Niveau.

Veränderte Kalkulation der Bewertungsrelationen

Den Schwerpunkt bei der diesjährigen Systementwicklung bildete die Umsetzung der durch das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) den Vertragsparteien auf Bundesebene vorgegebenen Eingriffen in die Kalkulation der Bewertungsrelationen des G-DRG-Kataloges. Dies betrifft die Anpassung der Sachkosten gemäß § 17b Abs. 1 Satz 6 KHG, durch die eine Umverteilung von Bewertungsrelationen zwischen DRGs mit hohen Sachkostenanteilen zu solchen mit überdurchschnittlichen Personalkostenanteilen erfolgte (vgl. DKG RS303-16). Die Sachkosten in den Kostenartengruppen 4a, 4b, 5, 6a und 6b der Kalkulations-Matrix wurden bei der Ermittlung der Bewertungsrelationen gegenüber dem ursprünglichen Verfahren der Verwendung einer einheitlichen Bezugsgröße als Divisor für die Personal- und Sachkosten um 5,75 % abgewertet. Zur finanzierungsneutralen Ausgestaltung dieser Absenkung wurden die Personal- und Infrastrukturkosten korrespondierend pro DRG um 1,31 % aufgewertet.

Darüber hinaus wurde im Rahmen der Verhandlung vor der Bundesschiedsstelle nach § 18a Abs. 6 KHG eine Vereinbarung gemäß § 17b Abs. 1 Satz 5 2. Halbsatz KHG getroffen, wodurch die Bewertungsrelationen von 5 DRGs für operative Eingriffe an der Wirbelsäule (I10D bis I10H) und eine DRG für Revision und Ersatz des Hüftgelenks bei Arthrose (I47C) abgewertet wurden (vgl. DKG RS313-16). Des Weiteren werden 2 DRGs für die konservative Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen im Wirbelsäulenbereich (I68D und I68E) abgesenkt, wenn das Krankenhaus in einer dieser DRGs mehr Fälle erbringt, als es dem Median aller krankenhausbezogenen Fallzahlen in Deutschland entspricht. Die Absenkung der Bewertungsrelationen entspricht analog zur Sachkostenanpassung 5,75 %, wobei die bereits vollzogene Sachkostenkorrektur dabei angerechnet wird. Die DRGs I68D und I68E mit den nach Überschreiten der Mediangrenze abgesenkten Bewertungsrelationen werden in den neu eingefügten Anlagen 1d) für Hauptabteilungen und 1e) für Belegabteilungen aufgeführt. Wie bei der Sachkostenanpassung erfolgte die Absenkung bzw. Abstufung von Bewertungsrelationen insgesamt finanzierungsneutral, indem die Personal- und Infrastrukturkosten der nicht abgesenkten DRGs entsprechend aufgewertet wurden.

Klassifikatorische Weiterentwicklungen und Zusatzentgelte

Die bisherigen Fehler- und sonstigen DRGs wurden aufgeteilt in eine neue MDC 24 für die sonstigen DRGs, die weiter differenziert wurden, und in die Fehler-DRGs, unter denen jetzt nur noch die drei unbewerteten DRGs 960Z, 961Z und 962Z aufgeführt werden. Als Veränderungen zur verbesserten Abbildung spezifischer Fallkonstellationen sind die Einführung eines Splitkriteriums „Aufwendige Behandlung“ im Bereich von Extremkostenfällen in den medizinischen Partitionen sowie die Berücksichtigung von hoch pflegeaufwendigen Patienten über die Kodierung von Funktionseinschränkungen und der Bewertung von pflegerelevanten Diagnosen in der CCL-Matrix hervorzuheben. Für die Abbildung des Pflegeaufwandes werden in Zukunft durch eine vollständigere Erfassung des Barthel-Indexes und die ab dem Datenjahr 2016 gültigen OPS-Kodes für Pflegestufen bzw. Pflegegrade weitere Fortschritte zu erwarten.

Bei den Zusatzentgelten wurden sechs bisher bewertete Zusatzentgelte für Arzneimittel wegen Auslaufen des Patenschutzes in die Liste der unbewerteten Zusatzentgelte verschoben. Außerdem gibt es für Palliativdienste zwei neue unbewertete Zusatzentgelte (ZE2017-133, ZE2017-134).

Abrechnungsbestimmungen

Die Abrechnungsbestimmungen nach der FPV für das Jahr 2017 weisen keine inhaltlichen Änderungen gegenüber den Abrechnungsbestimmungen des Jahres 2016 auf. Neben redaktionellen Anpassungen enthält die FPV 2017 die vom InEK vorgenom-mene Überleitung der nicht krankheitsbedingt behandlungsbedürftigen Neugeborenen von der P67D in die P67E.

Der GKV-Spitzenverband hatte in den Verhandlungen keinen Anpassungsbedarf an der FPV 2017 gesehen. Die DKG hatte eine weitere Klarstellung der Vertragsparteien zur FPV 2017 gefordert, wonach „innerhalb der gleichen Hauptdiagnosegruppe erfolgenden Wiederaufnahmen (§ 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 FPV 2017) auf die Partition der unmittelbar zuvor abrechenbaren Fallpauschale“ abgestellt werden solle. Der GKV-SV war unter Verweis auf ein laufendes LSG-Verfahren zu dieser Fragestellung nicht bereit diese Forderung mitzutragen.

Offen zwischen den Vertragsparteien ist derzeit noch, wie die Abrechnung der abgestuften DRG-Fallpauschalen aus Anlage 2 der Vereinbarung nach § 9 Abs. 1c KHEntgG erfolgen soll. Derzeit finden hierzu Abstimmungen statt. Die Hinweise zur Abrechnung der abgestuften DRGs werden nicht in die FPV 2017 aufgenommen, sondern beispielsweise als „gemeinsame Umsetzungshinweise der Vertragsparteien“ veröffentlicht. Wir werden hierzu in einem gesonderten Rundschreiben informieren.