Das InEK hat jetzt zum zweiten Mal den Extremkostenbericht für das DRG-System 2016 auf seiner Web-Seite (www.g-drg.de) veröffentlicht. Die grundsätzliche Methodik zur Identifizierung von Kostenausreißern des ersten Extremkostenberichts wurde beibehalten. Dabei wird pro DRG die Verteilung der bereinigten Fallkosten, d. h. die um nicht über das Inlier-Relativgewicht finanzierten Erlösbestandteile berichtigten fallbezogenen Kostendaten der Kalkulationskrankenhäuser, mit drei theoretischen Verteilungen verglichen und anhand der den empirischen Daten am besten angepassten Verteilungsfunktion die Ausreißer am oberen und unteren Rand ermittelt. Daraufhin werden die DRGs nach ihrem Versorgungstypus – allgemeine gegenüber spezialisierte Versorgung – in Leistungsgruppen und die Krankenhäuser in die Gruppe der Universitätsklinika und Maximalversorger einerseits und die sonstigen Krankenhäuser andererseits aufgeteilt, um zu überprüfen wie sich die Salden aus Kostenüberdeckungen und – unterdeckungen der Kostenausreißer in diesen Gruppen darstellen. Darüber hinaus werden bei den in der Kalkulationsauswahl vertretenen Krankenhäusern (in anonymisierter Form) die Belastungen durch Kostenausreißer in Bezug auf ihr individuelles Leistungsspektrum ermittelt. In dem nun vorgelegten Extremkostenbericht werden die untersuchten spezialisierten Leistungsgruppen um die Gruppen der DRGs für intensivmedizinische, onkologische und kinderonkologische Leistungen erweitert.

Die Erstellung des Extremkostenberichts geht mit erheblich erweiterten Plausibilitäts- und Konformitätsprüfungen auf Einzelfallebene einher, die sowohl beim InEK als auch bei den datenliefernden Krankenhäusern einen hohen Zusatzaufwand verursachen. Es ergeben sich daraus wichtige Erkenntnisse für eine Präzisierung der Kalkulations-vorgaben und zur besseren Abbildung spezifischer Behandlungskonstellationen im DRG-Katalog. So zeigt sich, dass die Erkenntnisse aus dem ersten Bericht zu klassifikatorischen Umbauten im G-DRG-System 2016 geführt haben, die eine Belastung durch Extremkostenfälle, insbesondere bei hochspezialisierten und aufwendigen Leistungen, weiter verringert hat. Unterdeckungen bei Kostenausreißern zeigen sich noch im Bereich der Regelleistungen, wobei die Belastung zwischen den Krankenhäusern ungleich verteilt ist und insbesondere die Gruppe der Uniklinika und Krankenhäuser der Maximalversorgung durch Unterdeckungen in diesem Leistungs-bereich betroffen ist.

Gemäß einer Bitte der Selbstverwaltungspartner sollte das InEK untersuchen, ob sich in Bezug auf Strukturmerkmale der Krankenhäuser oder ihres Patientenspektrums, Anhaltspunkte für unterschiedliche Belastungen durch Kostenausreißer festmachen lassen. Die dazu durchgeführten Korrelationsanalysen ergaben für die geprüften Variablen generell keine belastbaren Zusammenhänge zu den Unterdeckungen bei Kostenausreißern. Es zeigte sich aber, dass Krankenhäuser mit überdurchschnittlich hohen Fallkosten bei den Nichtausreißerfällen innerhalb einer DRG in dieser auch stärker durch eine Unterdeckung bei den Kostenausreißerfällen gegenüber den anderen Krankenhäusern betroffen sind.