In § 4 der Vereinbarung über die Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen gem. § 17 d KHG (Psych-Entgeltsystem) findet sich hierzu nachfolgende Regelung:

„Für die Entwicklung und Anwendung eines leistungsgerechten Entgeltsystems ist die Kodierung zu vereinheitlichen. Um eine einheitliche Anwendung der Diagnosen- und Prozedurenklassifikation zu ermöglichen, vereinbaren die Vertragspartner Kodierrichtlinien. Die erste Ausfertigung dieser Richtlinien wird zur Anwendung und Schulung ab dem 01.01.2010 veröffentlicht.“

Die vertraglichen Regelungen u. a. zum Inkraftsetzen der Kodierrichtlinien sollen in einer eigenen Vereinbarung geregelt werden, über deren Inhalt derzeit noch kein Einvernehmen hergestellt werden konnte. Weitere Abstimmungen sind noch erforderlich. Um die im Kontext des neuen Vergütungssystems anlaufenden Schulungen in den Krankenhäusern dennoch frühzeitig zu unterstützen hat man sich darauf verständigt, die Kodierrichtlinien bereits für Informationszwecke bereitzustellen. 

Ausführlichere Erläuterungen zu den Kodierrichtlinien können der Anlage 2 entnommen werden. Darüber hinaus finden Sie die Kodierrichtlinien im Download-Bereich der DKG (www.dkgev.de) und des InEK (www.g-drg.de).

Die Implementierung der Kodierrichtlinien geht mit immensem Schulungsbedarf in den Krankenhäusern einher, so dass in der oben genannten Vereinbarung zum Psych-Entgeltsystem zusätzliche Regelungen zum Schutze der Krankenhäuser getroffen wurden. In § 1 Abs. 5 bringen die Selbstverwaltungspartner zum Ausdruck, dass die Klassifikationsmerkmale und ihre Anwendungsregeln (z. B. OPS, Kodierrichtlinien) der Entwicklung des künftigen pauschalierenden Entgeltsystems nach § 17 d KHG dienen und dass sie darin übereinstimmen, dass es sich zunächst um eine Ausgangsbasis für die künftige Abbildung der Behandlungsfälle im neuen Entgeltsystem handelt, die einer Weiterentwicklung bedarf. Die Krankenhäuser sollen die Zeit bis 2013 für Schulungen und den Umgang mit den neuen Instrumenten nutzen. Aus diesem Grunde dürfen die Abrechnungen der Behandlungsfälle sowie die Budgetverhandlungen nach der Maßgabe der derzeit gültigen BPflV durch die Anwendung der Klassifikationsmerkmale und ihrer Anwendungsregeln nicht behindert oder verändert werden.

Durch diese, von Seiten der DKG eingebrachten Vorgaben, wird es den Krankenhäusern erst möglich, in einem geschützten Rahmen parallel zu dem gültigen Abrechnungsverfahren die notwendigen Strukturen und Prozesse für das neue Entgeltsystem aufzubauen. Sollten Ihnen Verstöße gegen diese Regularien von Seiten der Krankenkassen bekannt werden bitten wir Sie, uns (E-Mail: e.kegel@dkgev.de) zu informieren. Dennoch empfehlen wir, mit der Schulung und Anwendung der DKR-Psych möglichst zeitnah zu beginnen, um die sachgerechte Anwendung der ICD-10-GM und des OPS frühzeitig zu fördern.

Sobald die vertraglichen Regelungen zum Inkraftsetzen der Kodierrichtlinien konsentiert werden konnten, werden wir die diesbezügliche Vereinbarung zeitnah zur Verfügung stellen.