Über die Veröffentlichung der Vorabversion des Operations- und Prozedurenschlüssel (OPS) 2014 haben wir bereits mit dem Rundschreiben Nr. 276/2013 ausführlich informiert. Am 23. Oktober 2013 hat das Deutsche Institut für Dokumentation und Information

(DIMDI) die endgültige Version des OPS auf seinen Internetseiten veröffentlicht. Insbesondere für psychiatrische und psychosomatische Leistungen ergaben sich weitreichende Änderungen, über die wir mit diesem Schreiben gesondert berichten möchten.

Der Kommentar des DIMDI zu Kapitel 9 enthält eine Zusammenfassung der wichtigen Neuerungen. Alle Änderungen im Detail finden Sie in der Aktualisierungsliste. Die Differenzliste enthält die Veränderungen der endgültigen OPS-Fassung gegenüber der Vorabversion.

Wichtige Änderungen im OPS 2014 für Leistungen, welche in Einrichtungen im Geltungsbereich des § 17d KHG erbracht werden:

I.    Behandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhal-tensstörungen bei Erwachsenen

1.)    Für die Kodebereiche 9-60, 9-61, 9-63 erfolgte eine Neustrukturierung der an-rechenbaren Therapieeinheiten für die Gruppentherapie. Hierzu wurde ein Anhang zum OPS „Therapieeinheiten Psych“ geschaffen. Dieser Anhang enthält die Tabelle der anrechenbaren Therapieeinheiten pro Patient für Erwachsene. Sie ersetzt diejenige, die bisher in den oben genannten Kodebereichen direkt integriert war. Auch die Berechnung der anrechenbaren Therapieeinheiten pro Patient bei Gruppentherapien ändert sich. Bisher erfolgte sie differenziert nach 3 Gruppengrößen. Ab 2014 werden die anrechenbaren Therapieeinheiten anhand der konkreten Anzahl der Therapieteilnehmer berechnet: Die Gesamtzahl der in einer Gruppentherapiesitzung erbrachten Therapieeinheiten (abhängig von der Dauer und der Anzahl der Therapeuten) wird durch die Anzahl der teilnehmenden Patienten geteilt. Dieser Anteil wird jedem teilnehmenden Patienten angerechnet.

2.)    Es erfolgte eine Ausdifferenzierung der Zusatzkodes für die kriseninterventionelle Behandlung bei Erwachsenen nach Anzahl erbrachter Stunden (9-641.0 ff., 9-641.1 ff.).

3.)    Die Mindestmerkmale des Zusatzkodes 9-642 Integrierte klinisch-psychosomatisch-psychotherapeutische Komplexbehandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen wurde präzisiert. Insbesondere wurden die Infrastrukturvoraussetzungen der Leistungserbringer genauer beschrieben („Infrastruktur eines Akutkrankenhauses mit verfügbarem Notfall-Labor und Notfall-Röntgendiagnostik und mit geregeltem Zugang zu einer Abteilung für Intensivmedizin und zu einer Klinik für Innere Medizin oder zu einer anderen somatischen Fachabteilung“).

4.)    Neue Zusatzkodes für die Erbringung von Behandlungsmaßnahmen im stationsersetzenden Umfeld (Hometreatment) und als halbtägige tagesklinische Behandlung bei Erwachsenen (9-644 f.) wurden eingeführt. Die Kodes für das Hometreatment sind nur für Behandlungen im Rahmen von Modellvorhaben nach § 64b SGB V anzuwenden.

5.)    Einführung neuer Zusatzkodes für den Indizierten komplexen Entlassungsaufwand bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen, unterteilt nach Berufsgruppen und der Anzahl erbrachter Stunden (9-645 ff.).

6.)    Zur Abbildung des Erhöhten Aufwands bei drohender oder bestehender psy-chosozialer Notlage bei Erwachsenen wurde ein neuer Zusatzkode (9-646 ff.), unterteilt nach der Anzahl der Mindestmerkmale (z. B. gravierende finanzielle Notlagen, unmittelbar drohende oder eingetretene Erwerbslosigkeit) eingeführt.

7.)    Für die Spezifische qualifizierte Entzugsbehandlung Abhängigkeitserkrankter bei Erwachsenen wurde ein neuer Kode eingeführt. Dieser ist unterteilt nach der Anzahl der Behandlungstage (9-700 ff.). Hierbei handelt es sich nicht um einen Zusatzkode, der zuzüglich zu einem Komplexkode aus 9-60, 9-61, 9-62, 9-63 kodiert werden kann, sondern um einen Komplexkode. Ein Kode aus diesem Bereich kann auch beim vorzeitigen Abbruch der Therapie nach weniger als 7 Behandlungstagen verschlüsselt werden (9-700.0).

8.)    Für die Kodierung von Pflegebedürftigkeit wurden neue Kodes eingeführt, die nach den Pflegestufen nach § 15 SGB XI unterteilt sind (9-984 ff.). Diese Kodes sind insbesondere in der Gerontopsychiatrie für eine leistungsgerechte Abbildung von hoher Bedeutung. Mit dem Verweis im OPS auf §§ 14 f. SGB XI (Begriff der Pflegebedürftigkeit und Definition der Pflegestufen) ist eine für die Anwender eindeutige und im Vergleich zum PKMS deutlich weniger aufwendige Regelung gelungen. Insbesondere ist hervorzuheben, dass ein Kode definiert wurde, für Patienten bei denen noch keine Pflegestufe vorliegt jedoch eine Pflegestufe beantragt bzw. bei denen eine Höherstufung einer bestehenden Pflegestufe beantragt wurde (9-984.4).

II.    Behandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen

1.)    Es erfolgte eine Neustrukturierung der anrechenbaren Therapieeinheiten für die Gruppentherapie für die Kodebereiche 9-65 ff., 9-66 ff., 9-68 ff. sowie die Verschiebung der Tabelle in den Anhang zum OPS (analog zu den Neuerungen in der Erwachsenenpsychiatrie).

2.)    Analog zur Erwachsenenpsychiatrie wurde eine Unterteilung der Zusatzkodes für die kriseninterventionelle Behandlung bei Kindern und Jugendlichen nach Anzahl erbrachter Stunden (9-690. ff., 9-690.1 ff.) vorgenommen.

3.)    Neue Zusatzkodes für die Erbringung von Behandlungsmaßnahmen im stationsersetzenden Umfeld (Hometreatment) und als halbtägige tagesklinische Behandlung bei Kindern und Jugendlichen (9-691 ff.).

4.)    Neue Zusatzkodes für indizierten komplexen Entlassungsaufwand bei psychi-schen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen, unterteilt nach Berufsgruppen und der Anzahl erbrachter Stunden (9-692 ff.).

5.)    Neue Kodes für die Spezifische Behandlung im besonderen Setting bei substanzbedingten Störungen bei Kindern und Jugendlichen unterteilt nach Anzahl der Behandlungstage (9-80 ff.).

Des Weiteren wird auf die Einführung neuer Kodes für den Einsatz von Gebärdendolmetschern hingewiesen. Der Kodebereich untergliedert sich nach Anzahl erbrachter Dolmetscherstunden (9-510 ff.). Diese Kodes können sowohl von Einrichtungen im Geltungsbereich § 17d als auch § 17b KHG genutzt werden.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass das DIMDI die überwiegende Mehrheit der von DKG und Experten gemeinsam eingebrachten OPS-Kodes aufgegriffen hat und somit eine wichtige Grundlage für weitere Systemdifferenzierungen geschaffen hat.