Nach dem „vorläufigen Beschlussprotokoll“ des 115. Deutschen Ärztetages beschreibt die Deutsche Ärzteschaft ihr künftiges Engagement in den Bereichen Telematik, Telemedizin und eHealth wie folgt:

• Der elektronische Heilberufeausweis ist zukünftig als deutschlandweiter Standard eines digitalen Arztausweises zu etablieren und weiterzuentwickeln, um die sektorenübergreifende und überregionale Zusammenarbeit entscheidend zu verbessern.

• Eine telemedizinische Patientenversorgung stellt keinen Fall unzulässiger Fernbehandlung dar, wenn sie berufsrechtskonform durchgeführt wird und gewährleistet ist, dass ein Arzt den Patienten unmittelbar behandelt und ein weiterer mitbehan¬delnder Arzt über telemedizinische Verfahren an der Behandlung beteiligt ist.

• Hausärzte sind in telemedizinische Projekte spezialisierter medizinischer Zentren als Partner unbedingt einzubinden.

• Das Projekt „Elektronische Gesundheitskarte“ wird zugunsten existierender kostengünstiger dezentraler Kommunikationswege und Speichermedien in der Medizin für gescheitert erklärt. Ebenfalls abgelehnt werden eine „freiwillige“ Umsetzung des Versichertenstammdaten-Managements und das im Rahmen der Gesetzesänderung zum Transplantationsgesetz diskutierte Schreibrecht der Krankenkassen auf die eGK.


• Zum Schutz betroffener Ärzte vor sachlich falscher, fachlich irreführender und bisweilen diffamierender Kritik in Internet-Bewertungsportalen wird eine Registrierung der Betreiber ärztlicher Bewertungsportale und Benennung presserechtlich Verantwortlicher gefordert.

• Zur Unterstützung der inzwischen weit verbreiteten Nutzung interaktiver gemein-schaftlicher Internetplattformen, sozialer Netzwerke, Wikis, Chaträumen und Blogs wurde eine „Empfehlung der Bundesärztekammer für Ärzte und Medizinstudenten zur Nutzung sozialer Medien“ verabschiedet.

• Die KBV und die DKG werden aufgefordert, bei Telematikprojekten sektorenübergreifend zusammenzuarbeiten und einheitliche bzw. kompatible Standards zu ent-wickeln.

• Die Rechtssicherheit elektronischer Dokumente soll im Rahmen sektorübergreifender einheitlicher verbindlicher Regelungen verbessert werden.
• Über systemoffene Schnittstellen für Praxis- und Krankenhaussoftware zur Qualitätssicherung soll eine sinnvolle Nutzung von Patientendaten im Krankenhaus und in der Arztpraxis zur Steigerung der Patientensicherheit erreicht werden.

Nach Informationen der „Ärzte Zeitung online“ vom 29.5.2012 wird die Bundesärztekam-mer trotz des Beschlusses des Ärztetages ihren gesetzlichen Auftrag zur Mitwirkung in der eGK-Betreibergesellschaft gematik weiterhin konstruktiv ausüben, um die Interessen der Ärzteschaft auch zu wahren, falls die Politik dem Aufruf des Ärztetages nicht folgen sollte.