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07. Dezember 2009

Infektionsschutz: Pandemische Influenza A (H1N1)v Krankenhaus Surveillance (PIKS)

Zur Beurteilung der epidemiologischen Situation während der Influenza-Pandemie ist es wichtig, Indikatoren für die Schwere einer Influenzawelle zu erheben. Dazu müssen Erkrankungs- und Todesfälle mit laborbestätigter A(H1N1)-Infektion in Krankenhäusern erfasst werden. Ein solches Surveillancesystem, mit welchem diese Indikatoren bundesweit systematisch erfasst werden können, existiert in Deutschland bisher nicht. Daher hat das Robert Koch-Institut (RKI) seit dem 01.12.2009 eine Krankenhaus-Surveillance für die Pandemische Influenza (PIKS) während der Influenzawelle 2009-2010 implementiert. Wenn genügend Krankenhäuser teilnehmen, können mit den Ergebnissen von PIKS Empfehlungen, Infektionsschutzmaßnahmen und Risikokommunikation an die aktuelle Situation angepasst werden. Zusätzlich wird durch die erfassten Informationen die Be- und Auslastung des Gesundheitssystems speziell in den Krankenhäusern erhoben.

Wichtige Indikatoren für die Erfassung der Schwere einer Influenzawelle sind die Anzahl der hospitalisierten Fälle mit Pandemischer Influenza A(H1N1)v und die Anzahl der Todesfälle mit Pandemischer Influenza A(H1N1)v. Dazu sollen folgende Daten pro Kalenderwoche erhoben werden:

Aggregierte Surveillance:

- Gesamtes Krankenhaus:
Anzahl aller neuaufgenommenen Patienten, Anzahl aller neu aufgenommenen Patienten mit A(H1N1)v-PCR-Nachweis (mitgebracht), Anzahl aller Patienten mit A(H1N1)v-PCR-Nachweis (nosokomial), Anzahl aller Todesfälle und Anzahl der Todesfälle mit A(H1N1)v-PCR-Nachweis

- Intensivstation(en) (ITS):
Anzahl aller neu aufgenommenen Patienten, Anzahl aller neu aufgenommenen Patienten mit A(H1N1)v-PCR-Nachweis (mitgebracht auf ITS), Anzahl aller Patiententage, Anzahl aller Patiententage mit A(H1N1)v-PCR-Nachweis, Anzahl aller Patiententage beatmungspflichtiger Patienten mit A(H1N1)v-PCR-Nachweis

Einzelfallbasierte Surveillance für alle Todesfällen und die ersten drei Erkrankungsfällen der jeweiligen Woche mit A(H1N1)v-PCR-Nachweis:

Demographie (Geschlecht, Geburtsjahr), Ablauf (Symptombeginn, Surveillanceende, Surveillanceendegrund, Todesursache), Klinische Information, Labordaten, Expositionen/ Risikofaktoren, Komplikationen, Stationsart, Beatmung, Impfung/Therapie

Bezüglich des Nutzens für die teilnehmenden Krankenhäuser weist das RKI darauf hin, dass durch die bei PIKS erhobenen einzelfallbasierten Informationen automatisch der Erhebungsbogen für Todesfälle (Meldepflicht!) generiert wird und an das zuständige Gesundheitsamt gefaxt werden kann. Zudem stehen den Krankenhäusern die erhobenen Daten zur internen Auswertung zur Verfügung und ermöglichen so eine Analyse der A(H1N1)v-bedingten Belastung des Krankenhauses.

PIKS ist grundsätzlich für alle Krankenhäuser offen. Eine Teilnahme ist ab sofort möglich und endet am 31.03.2010. Als Plattform zur Dateneingabe wird das webbasierte elektronische System webKess genutzt. Dem RKI werden ausschließlich bundesländerbezogene Daten übermittelt, die keine Identifizierbarkeit der teilnehmenden Krankenhäuser zulassen.

Aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft ist die Teilnahme möglichst vieler Krankenhäuser an PIKS aus epidemiologischer Sicht sinnvoll und wünschenswert. Zur weiteren Information fügen wir Ihnen das PIKS-Surveillanceprotokoll (Anlage) bei. Auf Seite 6 des Protokolls sind die Voraussetzungen zur Teilnahme zusammengefasst. Die weteren Anlagen enthalten den Erhebungsbogen aggregiert, den Erhebungsbogen einzelfallbasiert und die Mitternachtsliste für Intensivstationen. Die Anlagen sind auch auf der Homepage des RKI (www.rki.de) abrufbar.





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