„Es ist gut, dass das kasseneigene Institut der AOK anerkennt, dass die Krankenhäuser in den vergangenen Jahren massiv Kapazitäten abgebaut und die Produktivität gesteigert haben. Eine realistische wissenschaftliche Analyse hätte aber zu dem Ergebnis führen müssen, dass die Kliniken an den Grenzen weiterer Produktivitätssteigerungen angekommen sind. Die Antwort auf demografiebedingte Fallzahlensteigerungen und mehr Zuwendungen benötigende ältere Patienten kann nicht die Forderung nach Abbau von Stellen und Kapazitäten sein. Schon gar nicht kann über die im Gutachten empfohlenen Selektivverträge, mit denen einzelne Krankenkassen über die Versorgungsmöglichkeiten in den Regionen bestimmen würden, der wachsende medizinische Versorgungsbedarf gedeckt werden. Schließlich hat das Statistische Bundesamt noch vor einigen Monaten ein Wachstum des stationären Leistungsbedarfs um 12 Prozent bis zum Jahr 2020 festgestellt. Die Bedrohung durch Pandemien wie die ‚Schweinegrippe’ macht zudem deutlich, dass auf Kante genähte Versorgungskapazitäten unverantwortlich wären. Die Realisierung der im WIdO-Report genannten Kürzungen in den Kliniken in Höhe von 2 bis 4 Mrd. Euro würden um den hohen Preis von weniger Versorgungssicherheit und Qualitätsverlusten erkauft werden.“