Das DIMDI hat neue FAQs u.a. für die ICD-10-GM Version 2013 zur Belegung der optional anzugebenden sekundären Schlüsselnummern unter U99.-! für die weitere Differenzierung von Blutgerinnungsstörungen und zu den OPS-Kodes für intensivmedizinische Komplexbehandlungen (8-980 bzw. 8-98f) veröffentlicht.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat am 19.12.2012 auf seiner Homepage (www.dimdi.de) unter der Rubrik Klassifikationen/FAQ im Bereich ICD-10-GM eine FAQ und im Bereich OPS zwei FAQs veröffentlicht.

1.    FAQ Nr. 1013 zur ICD-10-GM Version 2013: Belegung von „Nichtbelegten Schlüsselnummern“ unter U99.-! der ICD-10-GM 2013 zur weiteren Differenzierung von Blutgerinnungsstörungen in „dauerhaft erworben“ und „temporär“ (Anlage 1)

Für das G-DRG-System 2013 wurden die Zusatzentgelte ZE2013-97 „Behandlung von Blutern mit Blutgerinnungsfaktoren“ (extrabudgetär) und ZE2013-98 „Gabe von Blutgerinnungsfaktoren“ (intrabudgetär) neu definiert. In der für diese beiden Zusatzentgelte geschaffenen Anlage 7 zur Fallpauschalenvereinbarung (FPV) 2013 ist neben einer Tabelle mit ICD-10 Kodes, welche eindeutig dem ZE 2013-97 zuzuordnen sind und einer Tabelle mit ICD-10 Kodes, die dem ZE2013-98 zuzuordnen sind, eine dritte Tabelle mit ICD-Kodes enthalten, für welche im Einzelfall zu differenzieren ist, ob es sich um eine dauerhaft erworbene Blutgerinnungsstörung (ZE2013-97) oder eine temporäre Blutgerinnungsstörung (ZE2013-98) handelt. Die einzelfallabhängige Unterscheidung dieser Kodes in „dauerhaft erworbene“ und „temporäre“ Blutgerinnungsstörungen kann nur anhand der medizinischen Informationen des Behandlungsfalles durch die behandelnden Ärzte festgelegt werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) sieht ein Problem darin, die medizinische Information „dauerhaft erworbene“ bzw. „temporäre“ Blutgerinnungsstörung innerhalb des Krankenhauses in strukturierter Weise den Mitarbeitern der Abrechnung zu übermitteln. Hierzu wurde von der AWMF vorgeschlagen, zwei Zusatzkodes aus dem ICD-10-GM Bereich der „Nicht belegten Schlüsselnummern“ unter U99.-! wie folgt mit Inhalten zu belegen:

U99.0! Dauerhaft erworbene Blutgerinnungsstörung

U99.1! Temporäre Blutgerinnungsstörung

Diese optionalen sekundären Schlüsselnummern sind ausschließlich in Verbindung mit den ICD-Kodes aus Tabelle 3 der Anlage 7 der FPV 2013 (siehe Anlage 1) und nur im Geltungsbereich des G-DRG-Systems (§ 17b KHG) zu verwenden. Die Kodes können angegeben werden um eine Diagnose zu spezifizieren. Eine Verpflichtung zur Angabe von Ausrufezeichenkodes aus U99.-! besteht jedoch nicht.

2.    FAQ Nr. 8031 zum OPS 2013: Müssen für Patienten, die innerhalb eines Krankenhauses sowohl auf einer Intensivstation behandelt werden, die die Kriterien des neuen Kodes 8-98f erfüllt, als auch auf einer Intensivstation behandelt werden, die nur die Kriterien des bisherigen OPS-Kodes 8-980 erfüllt, beide Kodes angegeben werden? (Anlage 2)

Der Kode 8-98f „Aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung (Basisprozedur)“ wurde neu in die OPS-Version 2013 aufgenommen. Dieser neue Kode unterscheidet sich von dem Kode 8-980 „Intensivmedizinische Komplexbehandlung (Basisprozedur)“ im Wesentlichen nur durch höhere Strukturanforderungen in den Mindestmerkmalen. Für Krankenhäuser, die sowohl eine Intensivstation aufweisen, welche die Strukturkriterien des Kodes 8-98f erfüllt, als auch eine Intensivstation, welche nur die Kriterien des Kodes 8-980 erfüllt, stellte sich die Frage, welche Kodes für Patienten anzugeben sind, die während eines Krankenhausaufenthaltes auf beiden genannten Intensivstationen behandelt werden. Die FAQ Nr. 8031 stellt klar, dass für diese Patienten ein Kode aus dem Bereich 8-980 für den Gesamtaufenthalt auf beiden Intensivstationen und zusätzlich ein Kode für den Aufenthalt auf der Intensivstation, welche die Kriterien des neuen OPS-Kodes 8-98f erfüllt, angegeben werden. Hierbei sind für den Kode aus 8-980 die gesamten Aufwandspunkte der Aufenthalte auf beiden Intensivstationen zu addieren und der anhand der ermittelten Gesamtpunktzahl zutreffende Kode aus 8-980.- auszuwählen. Für den zusätzlich anzugebenden Kode für den Aufenthalt auf einer Intensivstation, die die Kriterien des neuen OPS-Kodes 8-98f erfüllt, sind nur die auf dieser Intensivstation erzielten Aufwandspunkte anzugeben. Wenn ein Patient nur auf einer Intensivstation behandelt wird, ist in Abhängigkeit der Erfüllung der Mindestmerkmale des jeweiligen OPS-Kodes nur ein Kode aus dem in diesem Falle zutreffenden OPS-Kodebereich anzugeben.

3.    FAQ Nr. 0010 zum OPS: Welche Bedeutung hat ein Inklusivum (Inkl.:) für eine Klasse im OPS? (Anlage 3)

Diese FAQ gibt anhand von Beispielen nähere Erläuterungen zur Bedeutung von Inklusiva (Einschlussbemerkungen) im OPS.